Was war der Toyota Yaris nicht für ein niedliches Kerlchen – früher. Diese Zeiten sind vorbei. Jetzt macht der Yaris Spaß – trotz Hybrid. Oder vielleicht doch wegen Hybrid?

In Sachen Hybrid-Antrieb fährt der Toyota Yaris in seiner Klasse schon lange vorne weg. In der aktuellen Auflage schenken die Japaner ihrem Bestseller nun eine sportlichere Optik, die mit der Niedlichkeit der Vorgängermodelle bricht. Aber auch seine Fahrdynamik hat uns so richtig überrascht.

Einige Millimeter kürzer, dafür breiter und flacher als der Vorgänger zeigt der knapp vier Meter lange Kleinwagen nun richtig knackige Proportionen mit kurzen Überhängen und deutlich größerem Radstand. Dazu hat er auch noch seines liebes G´schau abgelegt – er blickt mit seinen strengen Scheinwerfern, dem schwarzen Kühlermaul und den Nebelscheinwerfern, die wie Ansauglöcher aussehen richtiggehend grimmig drein.

Auch die Seitenansicht strotzt vor Dynamik – sie wird von konturierten Radhäusern und feschen Alufelgen dominiert. Ein dynamisch gezeichnetes Heck mit dem Dachspoiler, der die Rückleuchten verbindenden schwarzen Blende, sowie dem angedeuteten Diffusor rundet den sportlichen Gesamteindruck ab.

Innen lässt es sich gut leben. Vorne sitzt man unbeengt und bequem, die Sitze glänzen mit gutem Seitenhalt, hinten wird es für größere Personen vor allem auf längeren Strecken etwas enger. Aber da geht es dem Mitbewerb auch nicht anders. Der Kofferraum liegt mit 286 Liter ebenfalls im Klassenschnitt.


Cockpit und Bedienung wirken für einen Kleinwagen im Allgemeinen und Japaner im Speziellen ungewohnt nüchtern und sachlich.


Das Interieur ist typisch “Toyota”. Es strotzt vor Praktikabilität und augenscheinlicher Langlebigkeit. Unterschäumte Konsolen, Soft-Oberflächen und Stoffbezüge auf Armaturentafel und Türverkleidungen mischen sich mit dem einen oder anderen Stück Hartplastik, welches aber so freundlich kaschiert wird, dass es auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Die Verarbeitung insgesamt erscheint grundsolide.

Statt riesiger Displays gibt es im Toyota Yaris ein cooles Kombiinstrument im klassischen Rundtuben-Look mit digitalen Anzeigen für Antriebsart und Tempo sowie ein mittiger Info-Bildschirm, auf dem per Lenkradtasten alle relevanten Bord- und Fahrinfos aufgerufen werden können. Das alles passt perfekt zum jetzt sportlichen Yaris.


Ebenfalls top ist die Sicherheits- und Komfortausstattung. Vor allem wenn es um die Funktionalität geht. Das serienmäßige Abstandsradar, der Spurhalte- und der Spurwechselassistent – dies alles funktioniert einfach toll und vor allem unaufdringlich. Darüber hinaus sorgten acht Airbags, einer davon zwischen Fahrer und Beifahrer dafür, dass die Fünf-Sterne-Höchstwertung erreicht wurde.


Beim Infotainment gibt es keine echten Höhepunkte – in der von uns getesteten Style Version des Yaris gibt es einen Acht-Zoll-Monitor mit Navigationssystem, dessen Kartengrafik ein wenig “oldschool” rüberkommt – was aber ehrlicherweise nur ein optisches Problem für Verwöhnte darstellt – funktionieren tut das Ganze nämlich vorzüglich.

Toyota kann Hybrid – das muss man ihnen lassen.

Statt eines Vierzylinders übernimmt nun ein 1,5 Liter großer Drei-Zylinder-Benziner mit 92 PS (68 kW) die Hauptarbeit. Flankiert wird er von einem 80 PS (59 kW) starken Elektromotor, was sich zu einer Systemleistung von 116 PS (85 kW) summiert. Das hört sich nicht mächtig an, wir waren allerdings überrascht, mit welcher Vehemenz der kleine Japaner ans Werk geht. Die angegebenen 9,7 Sekunden auf Hundert fühlten sich nach weit weniger an.

Damit ist man beim innerstädtischen Kolonnenspringen ebenso flott unterwegs, wie auf der kurvigen Landstraße oder der Autobahn. Irgendwie verleitet einem der Yaris ständig zu kurzen Zwischensprints und forcierter Fahrweise. Den Werksverbrauch von 3,7 Liter nach WLTP kann man dann zwar vergessen, doch es geht auch anders: Wer sich selbst zügelt, schafft es locker die Vier-Liter-Grenze zu unterbieten. Wir selbst hatten nach unseren Testfahrten zwar eine 5,2 im Display stehen, doch die war eindeutig dem Fahrspaß geschuldet.

Aha-Erlebnis mit dem stufenlosen Automatikgetriebe.

Vergesst die alten Gummiband-Erlebnisse mit dem Prius. Die Ingenieure haben die Automatik endlich so abgestimmt, dass das berüchtigte Drehzahljaulen nur mehr bei extremer Beschleunigung auftritt. Mit seiner ebenso sanften wie schnellen Arbeit bietet das System jetzt sogar jede Menge Fahrspaß.

Fazit

Die neueste Generation des Toyota Yaris Hybrid überzeugt auf ganzer Linie. Der Kleinwagen sieht nicht nur sportlicher aus, der verbesserte Hybridantrieb und das optimierte Automatik-Getriebe machen jetzt sogar richtig Spaß.

Daten Fakten: Toyota Yaris Hybrid Style
Motor: 3-Zylinder-Benziner, 1490 ccm
Leistung: 92 PS
Drehmoment: 120 Nm
Elektromotor: 59 kW / 80 PS
Drehmoment: 141 Nm
Systemleistung: 85 kW /116 PS
Vmax: 175 km/h
0 auf 100 km/h: 9,7 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 3,7 Liter
Testverbrauch: 5,2 Liter / 100km
Preis: ab 22.090 Euro

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