Fiat 500 Hybrid – Entschleunigung auf Italienisch
Man muss heutzutage schon ziemlich lange suchen, um ein neues Auto mit derart wenig PS zu finden. 65 Pferdestärken stehen im Datenblatt des neuen Fiat 500 Hybrid. In einer Zeit, in der selbst Kleinwagen gerne an der 150-PS-Marke kratzen, wirkt das fast schon mutig.

Und genau deshalb macht der kleine Italiener überraschend viel Spaß. Denn der Fiat 500 Hybrid will niemandem beweisen, dass er der Schnellste ist. Er will charmant sein. Und das gelingt ihm hervorragend.
Der bekannte 1,0-Liter-Dreizylinder arbeitet gemeinsam mit einem Mildhybrid-System, das seine Arbeit so unauffällig verrichtet, dass man es im Alltag praktisch nicht bemerkt. Die Leistungsentfaltung wirkt fein verschliffen, der kleine Motor hängt sauber am Gas und dreht erstaunlich willig hoch. Einen Geschwindigkeitsrausch löst das natürlich nicht aus – dafür reicht die Leistung schlicht nicht. Aber genau darum geht es hier auch nicht.

Viel wichtiger: Der Antrieb passt perfekt zum Charakter des leichtgewichtigen Autos. Und dann wäre da noch die Handschaltung. Während viele Hersteller das manuelle Getriebe längst abgeschrieben haben, zeigt Fiat eindrucksvoll, warum es eigentlich schade wäre, wenn diese Technik aussterben würde. Die sechs Gänge lassen sich über kurze, präzise und angenehm knackige Schaltwege einlegen. Man schaltet einfach gerne. Der Fiat 500 mag das offensichtlich ebenfalls und belohnt den Fahrer mit einem überraschend lebendigen Fahrgefühl.

Gerade im urbanen Umfeld fühlt sich der kleine Cinquecento pudelwohl. Die leichtgängige Lenkung macht das Rangieren zum Kinderspiel, das komfortabel abgestimmte Fahrwerk filtert Kanaldeckel und Straßenbahnschienen ordentlich weg und dank der kompakten Abmessungen findet sich fast überall ein Parkplatz. Den Rest kennen wir bereits vom elektrischen Fiat 500.


Das ist durchaus als Kompliment gemeint. Denn optisch bleibt der 500 Hybrid zu 100 Prozent Cinquecento. Die aktuelle Generation hat die ikonischen Formen perfekt ins moderne Zeitalter übersetzt. Die runden Scheinwerfer, die freundliche Front und die vielen liebevollen Details sorgen dafür, dass der Fiat 500 noch immer zu den sympathischsten Autos auf unseren Straßen zählt.

Unser Testwagen trat als Torino-Sondermodell an und war erfreulich umfangreich ausgestattet. Besonders gelungen sind die zweifarbigen Sitzbezüge im klassischen Pipita-Muster. Ein bisschen fühlt man sich dabei fast an einen Porsche 911 erinnert – nur eben auf italienische Art interpretiert und um vieles preisgünstiger.





Auch das digitale Cockpit und das große 10,25-Zoll-Infotainment-System bringen den kleinen Fiat technisch auf Augenhöhe mit deutlich größeren Fahrzeugen. Klimaautomatik, Tempomat, Parksensoren und LED-Scheinwerfer sind ebenfalls mit an Bord.

Generell sei gesagt, dass der stylische Fiat Cinquecento Hybrid atmosphärisch eher gegen einen Mini antritt, als gegen günstigere Stadtautos wie Toyota Aygo oder Hyundai i10 – und das schlägt sich natürlich beim Preis nieder.
Ab EUR 15.990,- (Version Pop) EUR 20.490,- (Version LaPrima)


