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BMW iX3 50 xDrive: Die elektrische Lichtgestalt?

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Mit dem BMW iX3 50 xDrive begann für BMW eine neue Ära. Das elektrische SUV ist dabei nicht einfach nur der Nachfolger eines bekannten Modells, sondern der erste große Serienvertreter der „Neuen Klasse“. Wir hatten jetzt ein Exemplar für kurze Zeit bei uns im Testfuhrpark und können vorweg gleich festmachen: Die Münchner haben ihre Hausaufgaben definitiv gemacht. Und zwar gründlich.

Design mit Charakter statt Beliebigkeit

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Beim neuen iX3 dürfte die Diskussion allerdings deutlich sachlicher ausfallen als bei manchen BMW-Modellen der vergangenen Jahre. Die Linienführung bleibt positiv hängen. Keine Spur von Austauschbar- oder Beliebigkeit.

Typisch BMW X-Modell, aber dennoch anders: Der neue iX3 steht etwas flacher, schlanker und dynamischer auf der Straße als ein klassischer X3. Das tut nicht nur der Optik gut, sondern auch der Aerodynamik. Gerade bei einem Elektroauto ist ein guter Luftwiderstand schließlich bares Geld in Form von zusätzlicher Reichweite wert.

Besonders gelungen ist die Front. Der iX3 trägt die BMW-Gene sichtbar vor sich her, ohne allzu plakativ zu werden. Die neu interpretierte Niere wirkt lässig statt aufdringlich, dazu kommt eine beeindruckende LED-Lichtsignatur, die dem Fahrzeug auch nachts einen hohen Wiedererkennungswert verleiht.

Etwas gewöhnungsbedürftig erscheint zunächst das Heck mit seinen schmalen, weit nach innen gezogenen Rückleuchten. Nach kurzer Zeit fügt sich die Gestaltung jedoch perfekt ins Gesamtbild ein und verleiht dem Fahrzeug einen eigenständigen Charakter.

Auf dem Testwagen hat BMW riesige 22-Zoll-Räder montiert. Die sehen zweifellos fantastisch aus und verleihen dem Fahrzeug zusätzlich Präsenz. Allerdings geht ein kleiner Teil des Federungskomforts verloren. Wahrscheinlich wären 20-Zoll-Räder der goldene Mittelweg für das Abrollverhalten. Andererseits gilt auch hier: Wer schön sein will, muss (in Maßen) leiden.

Das Cockpit zeigt, wohin die Reise geht

Im Innenraum schlägt BMW ein komplett neues Kapitel auf. Das Herzstück ist die über die gesamte Fahrzeugbreite verlaufende Informationsleiste, die sich weitgehend frei konfigurieren lässt. Eine Idee, an die man sich erstaunlich schnell gewöhnt. Nach wenigen Kilometern fragt man sich bereits, warum andere Hersteller nicht längst ähnliche Lösungen anbieten.

Der zentrale Touchscreen reagiert extrem sensibel, die Menüstruktur wirkt logisch aufgebaut und intuitiv bedienbar. Man benutzt das System gerne – ein Satz, den man über moderne Infotainment-Systeme nicht allzu oft schreiben kann. Gerade während der Ladestopps nimmt man sich gerne Zeit, sich durch Funktionen und Einstellungen zu klicken. Wobei „Ladestopp“ beim iX3 ohnehin fast schon übertrieben klingt – so schnell geht das hier dank 400 kW Ladetechnik.

Das Lenkrad besitzt den typisch kräftigen BMW-Kranz und liegt hervorragend in der Hand. Die zusätzliche Speiche auf 12 Uhr hätten wir persönlich nicht unbedingt gebraucht, wer möchte wählt das herkömmliche dreispeichige Sportlenkrad und alles ist gut.

Fahren wie auf Schienen

Schon nach den ersten Kilometern fällt die enorme Ruhe an Bord auf. Windgeräusche sind praktisch kein Thema. Der hervorragende Luftwiderstandsbeiwert macht sich auch hier deutlich bemerkbar. Das Fahrwerk wirkt ausgewogen und vertrauenserweckend. Der iX3 fährt sich deutlich leichter und kompakter, als es seine tatsächlichen Abmessungen vermuten lassen.

Besonders beeindruckend präsentiert sich der Autobahnassistent. Die Strecke von Linz nach Salzburg absolvierte der BMW nahezu vollständig freihändig. Das System arbeitet präzise, nachvollziehbar und souverän. Eine besonders elegante Lösung ist der Spurwechsel per Blick in den Außenspiegel. Statt hektischer Lenkradbewegungen genügt ein kurzer Blick – der BMW erledigt den Rest. So muss moderne Assistenztechnik funktionieren.

Leistung im Überfluss, Verbrauch überraschend niedrig

Unter dem Blech arbeitet die neueste Generation des BMW-Elektroantriebs – vieles davon übrigens entwickelt und gebaut im BMW Motorenwerk in Steyr.

Der iX3 50 xDrive leistet 469 PS und stemmt 645 Newtonmeter Drehmoment auf alle Viere. Den Sprint auf 100 km/h erledigt das Elektro-SUV in flotten 4,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Noch beeindruckender als die nackten Leistungswerte ist allerdings die Effizienz. Trotz hohem, hauptsächlich flott gefahrenen Autobahnanteil lag unser Testverbrauch nur bei rund 19 kWh pro 100 Kilometer.

Für ein Fahrzeug dieser Größe, Leistungsklasse und Gewichtskategorie ist das ein hervorragender Wert. Reichweiten von rund 500 Kilometern sind damit im Alltag jederzeit realistisch. Und auch im Winter sollten sich damit brauchbare Strecken ohne Stress erledigen lassen.

Laden in einer neuen Dimension

Der eigentliche Star des neuen iX3 versteckt sich jedoch im technischen Datenblatt: Dank 800-Volt-Architektur lädt der BMW mit bis zu 400 kW Gleichstrom. Das ist aktuell absolute Spitzenklasse. Die Batterie besitzt eine nutzbare Kapazität von rund 109 kWh, dennoch genügen laut BMW lediglich 21 Minuten für den Ladestand von 10 auf 80 Prozent. Nach zehn Minuten sollen bereits bis zu 372 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können.

In der Praxis bedeutet das: Oft reichen tatsächlich zehn Minuten Ladepause, um wieder genügend Energie für die nächste Etappe an Bord zu haben. Die bisher üblichen Diskussionen über Ladezeiten verlieren damit deutlich an Bedeutung.

Preis und technische Daten

Der neue BMW iX3 50 xDrive startet in Österreich bei rund 74.000 Euro. Abhängig von Ausstattung und Optionen kann das allerdings kräftig nach obenhin ausufern. Mit den großen Rädern, zusätzlichen Paketen und einigen Extras bewegt sich der Testwagen erwartungsgemäß deutlich darüber.

Technische Daten BMW iX3 50 xDrive

  • Leistung: 345 kW / 469 PS
  • Drehmoment: 645 Nm
  • Antrieb: Allrad
  • 0–100 km/h: 4,9 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
  • Batterie: 108,7 kWh
  • DC-Ladeleistung: bis 400 kW
  • AC-Ladeleistung: 11 bzw. 22 kW
  • WLTP-Reichweite: bis 805 km

Fazit

BMW hat mit dem iX3 50 xDrive ein Statement gesetzt. Das Design besitzt Charakter und wir schätzen, dass die Linienführung auch durchaus Potential für Langlebigkeit hat. Das neue Bedienkonzept überzeugt im Alltag, der Antrieb liefert souveräne Fahrleistungen und die Effizienz gehört zum Besten, was derzeit am Markt erhältlich ist.

Vor allem aber zeigt der iX3, wie weit moderne Elektromobilität mittlerweile gekommen ist. Reichweiten jenseits der 500 Kilometer sind problemlos möglich, während die 400-kW-Ladetechnik selbst lange Reisen erstaunlich entspannt macht.

Ja, der Preis ist typisch BMW und damit alles andere als günstig. Dafür erhält man derzeit eines der überzeugendsten Elektroautos überhaupt. Die langen Lieferzeiten kommen nicht von ungefähr.

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