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Ritt auf der Hitzewelle

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Fast 40 Grad im Schatten. Eigentlich ein Wetter, bei dem man sich in klimatisierte Innenräume zurückzieht. Wir haben stattdessen das Stoffverdeck geöffnet und sind mit dem Mazda MX-5 quer durch die Hitzewelle des Juni 2026 gefahren. Verrückt? Vielleicht. Herrlich? Definitiv.

Wer glaubt, ein Roadster sei nur etwas für laue Sommerabende bei 25 Grad, der sollte einmal einen MX-5 während einer Hitzewelle fahren. Vorausgesetzt, man kennt die wichtigste Regel: Sonne ist nicht gleich Hitze. Denn die Klimaautomatik des kleinen Japaners arbeitet schlicht ausgezeichnet. Mit geschlossenem Dach profitiert der MX-5 von seinem winzigen Innenraum. Wo große SUVs erst einmal mehrere Kubikmeter Luft herunterkühlen müssen, herrschen im Mazda innerhalb kürzester Zeit angenehme Temperaturen.

Noch erstaunlicher wird es allerdings mit geöffnetem Verdeck. Die Klimaanlage schafft es tatsächlich, den Fahrer und Beifahrer in eine Art „See aus kalter Luft“ zu setzen. Während die Sonne erbarmungslos auf Kopf und Schultern brennt, bleibt der Innenraum angenehm temperiert. Das Problem dabei: Man merkt oft gar nicht, wie intensiv die Sonne runterbrennt. Deshalb gilt bei solchen Temperaturen eine eiserne Regel: Kappe auf, langärmliges Shirt an und Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 auftragen. Sonst endet der Traum vom Offenfahren spätestens am Abend mit einem ordentlichen Sonnenbrand.

Der Roadster unseres Herzens

Seit vielen Jahren begleitet uns der Mazda MX-5 immer wieder bei Tests. Und jedes Mal bestätigt sich derselbe Eindruck: Es gibt Autos, die objektiv besser sein mögen. Schnellere. Luxuriösere. Teurere. Aber kaum eines schafft es, den Fahrer so unkompliziert glücklich zu machen.

Das beginnt bereits beim niedrigen Gewicht. Mit etwas mehr als einer Tonne Leergewicht erinnert der Mazda daran, wie sich ein leichtes Auto anfühlen sollte. Jede Lenkbewegung erfolgt unmittelbar, jede Richtungsänderung wirkt selbstverständlich. Man fährt den MX-5 nicht – man trägt ihn beinahe durch die Kurven.

Dazu kommt eine Fahrwerksabstimmung, die mittlerweile Seltenheitswert besitzt. Während viele Sportwagen mit riesigen Rädern und ultraflachen Reifen beeindrucken wollen, setzt Mazda weiterhin auf vergleichsweise klein dimensionierte 16-Zoll-Räder. Das Ergebnis überrascht immer wieder: hervorragender Abrollkomfort ohne Einbußen bei der Agilität. Unebenheiten werden sauber weggefiltert, ohne den direkten Fahrcharakter zu verwässern.

Die beste Handschaltung

Man kann es nicht oft genug sagen: Kaum ein anderer baut derzeit eine bessere Handschaltung als Mazda. Die Schaltwege sind kurz, knackig und mechanisch präzise. Jeder Gang rastet mit einer Selbstverständlichkeit ein, die süchtig macht. Dazu kommen perfekte Ganganschlüsse, sodass man praktisch ständig einen Grund findet, wieder zu schalten – nicht weil man muss, sondern weil es einfach Freude bereitet.

Genau dieses analoge Fahrerlebnis macht den MX-5 so besonders. Hier übernimmt nicht irgendeine Elektronik die Arbeit. Der Fahrer ist noch ein echter Teil des Geschehens.

Klang statt Krawall

Ebenso angenehm ist der Motorsound. Während viele moderne Sportmodelle mit künstlich lautem Auspuff oder Soundgeneratoren Aufmerksamkeit suchen, bleibt der Mazda angenehm zurückhaltend. Der Vierzylinder klingt ehrlich, kernig und sportlich, ohne jemals aufdringlich zu werden. Gerade auf längeren Touren weiß man diese Zurückhaltung zu schätzen. Fahrspaß braucht eben nicht zwangsläufig maximale Lautstärke.

Auch die Verarbeitung überzeugt weiterhin. Natürlich sitzt man kompakt – sehr kompakt sogar. Doch sämtliche Bedienelemente wirken hochwertig verarbeitet, nichts klappert oder wirkt billig. Gerade weil der MX-5 mittlerweile seit Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wurde, merkt man an vielen Details die enorme Reife dieses Konzepts.

Konkurrenz? Praktisch keine.

Das vielleicht größte Verkaufsvorteil des Mazda lautet: Er hat praktisch keine direkten Mitbewerber mehr. Wer heute einen klassischen, leichten Roadster mit Frontmotor, Hinterradantrieb, Handschaltung und Stoffverdeck sucht, landet zwangsläufig beim MX-5.

Als einziges halbwegs vergleichbares Fahrzeug bleibt derzeit lediglich der MG Cyberster. Der spielt allerdings in einer völlig anderen Liga: deutlich stärker, deutlich schwerer, deutlich teurer und zudem vollelektrisch. Ein faszinierendes Auto – aber eben kein klassischer Roadster im ursprünglichen Sinn. Genau deshalb bleibt der Mazda MX-5 einzigartig.

Preis und Technik

Der Mazda MX-5 Roadster startet in Österreich im Modelljahr 2026 je nach Ausstattungsvariante bei rund 37.350 Euro. Dafür erhält man den 1,5-Liter-SKYACTIV-G-Benziner mit 136 PS, Hinterradantrieb und serienmäßigem 6-Gang-Schaltgetriebe. Das Leergewicht liegt bei knapp über einer Tonne, der kombinierte WLTP-Verbrauch beträgt rund 6,1 Liter pro 100 Kilometer. Das neue Modelljahr bringt unter anderem das größere 8,8-Zoll-Infotainmentsystem inklusive kabellosem Apple CarPlay und Android Auto sowie weitere Detailverbesserungen bei Ausstattung und Konnektivität.

Fazit

Während andere Autos versuchen, immer mehr zu sein, bleibt der Mazda MX-5 erfreulich konsequent. Er ist leicht. Ehrlich. Direkt. Sympathisch. Und selbst bei fast 40 Grad Außentemperatur macht er mit geöffnetem Dach eine überraschend gute Figur – sofern man den Sonnenschutz nicht vergisst.

Vielleicht ist genau das das größte Kompliment: Auch nach über drei Jahrzehnten gibt es keinen anderen Neuwagen, der das klassische Roadster-Gefühl so unverfälscht vermittelt.

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