Auch wenn er auf der selben technischen Plattform, wie der neue VW Golf und seine Cousins Skoda Octavia und Audi A3 steht, sticht der kompakte Seat Leon als der bunte Hund aus diesem Auto-Quartett heraus.

Auch die vierte Auflage des Seat Leon bleibt klarerweise technisch dicht am Klassen-Primus Golf, bietet allerdings satte fünf Zentimeter mehr Radstand. Dies schlägt sich in der Länge von 4,37 Metern nieder und kommt vor allem allen Insassen und deren Gepäck zugute.

Das Aussehen des neuen Leon prägt der sechseckige Seat-Kühlergrill, die wie schon beim Vorgänger scharf gezeichneten LED-Leuchten und auffällige Sicken an der Flanke. Eine neue Seite zeigt das knackige Heck: Wie schon beim großen Seat Tarraco macht ihn ein durchgehendes Lichtband von hinten unverwechselbar. Dieses aktiviert sich beim Auf- und Zusperren schwungvoll – Audi kann das nicht besser. Der mittig auf der Heckklappe platzierte Leon-Schriftzug erinnert vage an Porsche.

Innen herrscht die übliche Konzern-Linie.

Dazu gehört nicht nur das digitale Kombi-Instrument mit zahlreihen Darstellungs-Varianten, sondern auch das Infotainment-System mit zehn Zoll großem Touchscreen. Auch bei Seat wurde leider auf haptische Knöpfe komplett verzichtet. Stattdessen muss man sich durch Wischen und Tasten von diversen Bedienkacheln durch die Bedienung kämpfen. Den negativen Höhepunkt stellen hier die Bedienungseinheit links vom Lenkrad und die Lautstärkeregelung mittels Wisch-Slider (oder wie auch immer man das nennt) unter dem mittigen Bildschirm dar.

Markant-kantig gezeichnet wie sein Vorgänger, aber dennoch sofort als Seat der neuesten Generation zu erkennen.

Was uns sehr gefallen hat, ist die kunterbunte Optik des Infotainments – soviel Farbe findet man selten in einem (deutschstämmigen) Auto. Höhepunkt ist die programmierbare LED-Leiste über die gesamte Breite des Dashboards, die auch den Totwinkel-Warner integriert hat. Coole Sache!

Dass der VW-Konzern in seinen Autos ausschließlich USB-C-Anschlüsse verbaut, ist auffällig – diese mögen zwar dem aktuellsten technischen Standard entsprechen, doch die meisten Smartphone-User werden sich wohl oder übel einen Adapter zulegen müssen, wenn sie Ihre Handy per Kabel koppeln wollen. Aufgeladen wird das gute Stück dann wenigstens kabellos in der Ladeschale.

Aber halten wir uns nicht mit der Bedienung auf – der Seat Leon will gefahren werden.

Unter der Haube unseres Testwagens steckte ein 1,5 Liter großer Vierzylinder-Benziner mit Turboaufladung, 48-Volt-Mildhybrid-System und 150 PS. Kombiniert war dieses Triebwerk mit einem Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe.

Laut Seat wiegt der Leon 1.5 e-TSI 1361 Kilogramm. Das ist in diesen Zeiten erfrischend leicht und bedeutet ein Leistungsgewicht von rund neun Kilogramm je PS und genauso munter fühlt sich der Wagen dann auch an. Der Vierzylinder mobilisiert seine 250 Newtonmeter Drehmoment schon bei niedrigen 1500 Umdrehungen, 8,4 Sekunden auf 100 km/h sind auch nicht übel.

Das DSG harmoniert mit dem Fünfzehnhunderter-TSI-Motor sehr gut.

Die Antriebseinheit geht druckvoll und kultiviert ans Werk. Auch unser Testverbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer spielt da positiv mit. Dass sich zwei Zylinder bei geringer Last wegschalten, dürfte zum Teil ein Grund für die Sparsamkeit sein – bemerken tut man davon übrigens während der Fahrt nichts.

In Sachen Fahrwerksabstimmung hat Seat voll ins Schwarze getroffen. Der Wagen liegt knackig auf der Straße, ohne dabei aber völlig den Komfort außer Acht zu lassen. Wer es weicher möchte, wird wohl auch keinen Leon nehmen, sondern wohl eher den Golf oder Octavia.


Fazit

Als Alternative zum immer noch teureren Golf hat der Leon seinen Platz behauptet, zumal man viel Technik aus dem Wolfsburger Teileregal aber zusätzlich auch jede Menge jugendlichen Esprit bekommt. In Summe ist und bleibt der Leon ein vielseitiger Kompakter, der aber auch eine kräftige Prise “Emocion” bietet und damit auch das Fahrerherz bedient.

Daten Fakten Seat Leon 1.5 e-TSI
Motor: R4-Benziner,
Hubraum: 1498 ccm
Leistung: 150 PS
Drehmoment: 250 Nm bei 1500–3500 U/min
Vmax: 221 km/h
0 auf 100 km/h: 8,4 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 6,0 Liter
Testverbrauch 6,5 Liter
Preis: ab EUR 30.890,-

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