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Renault Clio Full Hybrid 160 – Schluss mit Kulleraugen.

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von Motorredakteur Gerhard, Eslebedasauto Redaktion

Wer beim Renault Clio noch immer an ein kleines, freundliches Auto mit großen Kulleraugen denkt, sollte sich den neuen Jahrgang einmal genauer ansehen. Renault hat dem Kleinwagen ordentlich Charakter mitgegeben. Nach den gelungenen Retro-Stromern R5, Twingo und Renault 4 zeigt die französische Marke nun auch beim Clio, dass Kleinwagen längst nicht mehr brav und niedlich aussehen müssen. Der Renault Clio kommt deutlich selbstbewusster daher – und das steht ihm ausgesprochen gut.

Böser Blick statt treuer Augen

Vor allem die Front macht klar, dass hier ein anderer Wind weht. Der Clio schaut ziemlich finster drein. Die scharf gezeichneten Leuchten und die markanten LED-Elemente lassen den Kleinwagen beinahe so wirken, als hätte er schlechte Laune. Besonders die seitlichen Tagfahrlichter sorgen für einen ziemlich angriffslustigen Gesichtsausdruck. Freundlich geht anders.

Dafür zeigt sich das Heck wesentlich eleganter. Die schmalen, geteilten Rückleuchten sind filigran gezeichnet und verleihen dem Clio einen modernen, fast schon sportwagenartigen Touch. Zusammen mit den knackigen Proportionen ergibt das ein Design, das sich wohltuend vom üblichen Kleinwagen-Einheitsbrei abhebt. Und genau hier hat Renault derzeit offensichtlich ein gutes Händchen.

Kleinwagen mit Sportambitionen?

Auch beim Einsteigen setzt sich der dynamische Eindruck fort. Die Sitze sind ordentlich konturiert und geben dem Fahrer das Gefühl, in einem deutlich sportlicheren Auto Platz genommen zu haben. Das Cockpit selbst folgt natürlich dem aktuellen Trend und wird von Displays dominiert. Renault kombiniert das aber mit einigen durchaus praktischen Bedienelementen und einem auffälligen Lenkrad.

Wer hinter dem Steuer Platz nimmt, braucht allerdings zunächst einen kleinen Orientierungskurs. Rund um die Lenksäule tummeln sich mehrere Hebel und Bedienelemente. Renault scheint hier eine besondere Vorliebe für Lenkstockschalter zu haben. Am Anfang wirkt das etwas überladen. Nach ein paar Kilometern hat man sich allerdings daran gewöhnt und weiß, welcher Hebel wofür zuständig ist.

Ganz anders als sein Gesicht

Spannend wird es, sobald sich der Clio in Bewegung setzt. Denn sein martialisches Äußeres verspricht mehr Härte, als das Fahrwerk tatsächlich liefert. Der Franzose fährt sich durchaus straff und knackig, bleibt dabei aber angenehm komfortabel. Genau diese Kombination gefällt uns. Der Clio muss nicht permanent den Sportler spielen, sondern kann auch ganz entspannt durch den Alltag rollen.

Die Lenkung arbeitet präzise und lässt sich schön zielgenau dirigieren. Dazu kommt eine Bremse, die ordentlich zupackt, dabei aber gut dosierbar bleibt. Alles wirkt harmonisch aufeinander abgestimmt. Besonders positiv sind uns die kleinen 16-Zoll-Räder aufgefallen. Optisch mögen größere Felgen vielleicht spektakulärer wirken, beim Clio sind die kleinen Räder aber eine ausgesprochen vernünftige Wahl. Sie verbessern den Abrollkomfort spürbar und lassen den Kleinwagen auch auf schlechteren Straßen angenehm federn. Und wenn irgendwann neue Reifen fällig werden, freut sich auch die Geldbörse. Dafür gibt es von uns ausdrücklich ein Lob an Renault.

Strom hilft dem Benziner

Beim Antrieb setzt Renault auf einen Vollhybrid. Der Full Hybrid 160 kombiniert einen 1,8-Liter-Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor und bringt es auf eine Systemleistung von 158 PS. Das Zusammenspiel der beiden Antriebe funktioniert angenehm unauffällig. Im normalen Betrieb gleiten die Wechsel zwischen elektrischem und verbrennungsmotorischem Antrieb weitgehend unbemerkt über die Bühne.

Erst wenn man dem Clio etwas kräftiger die Sporen gibt, meldet sich der Benziner akustisch deutlicher zu Wort. Ansonsten arbeitet das Hybridsystem angenehm geschmeidig und passt damit ausgezeichnet zum Charakter des Autos. Auch beim Verbrauch zeigt sich der Clio von seiner vernünftigen Seite. Während unserer Testfahrten kamen wir auf rund 5,5 Liter Super pro 100 Kilometer. Für einen 158 PS starken Kleinwagen mit ausreichend Reserven ist das ein durchaus erfreulicher Wert.

Fazit: Grantig schaut er aus, brav ist er trotzdem

Der neue Renault Clio hat sich optisch ziemlich weit von seinem früheren Image entfernt. Das kleine Auto wirkt nicht mehr wie der freundliche Begleiter, den man spontan knuddeln möchte. Stattdessen gibt es einen markanten Gesichtsausdruck, scharfe Linien und ein Heck, das durchaus sportliche Züge trägt. Vor allem jüngere Käufer und all jene, die zwar ein kompaktes Auto wollen, aber nicht unbedingt eines mit biederen Kleinwagen-Genen, dürften am neuen Clio Gefallen finden.

Dabei bleibt er unter dem Blech ein ausgesprochen vernünftiges Auto. Der Vollhybrid arbeitet effizient, das Fahrwerk bietet Komfort, die Lenkung macht Spaß und die kompakten Abmessungen passen perfekt zum Stadt- und Alltagsbetrieb.

Der Renault Clio Techno Full Hybrid 160 startet bei rund 26.490 Euro. Unterm Strich ist Renault damit ein ziemlich interessanter Spagat gelungen: Der Clio sieht aus, als wäre er jederzeit bereit für eine kleine Auseinandersetzung – fährt sich aber erfreulich kultiviert.

Daten & Fakten – Renault Clio Techno Full Hybrid 160

  • Preis: ab ca. 26.490 Euro
  • Systemleistung: 116 kW / 158 PS
  • Benzinmotor: 1,8-Liter-4-Zylinder, 109 PS
  • Elektromotor: 49 PS
  • Getriebe: Automatik
  • 0–100 km/h: ca. 8,3 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
  • Testverbrauch: ca. 5,5 l Super/100 km

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