Kantig, kernig – und überraschend komfortabel
Mit der dritten Generation des Compass schlägt Jeep ein neues Kapitel auf: elektrifiziert, europäisiert – und trotzdem ganz klar ein Jeep. Gerade als vollelektrischer Compass E zeigt sich, wie viel Charakter selbst in einem Konzernbaukasten stecken kann.

Design: Jeep bleibt Jeep
Schon beim ersten Blick ist klar: Das hier ist kein glattgebügelter Peugeot 3008-Ableger. Der Compass E setzt bewusst auf Ecken, Kanten und die ikonische – hier sanft illuminierte – Jeep-Front. Das Design wirkt kantig, fast schon trotzig – ein klarer Gegenentwurf zu den Formen seiner Stellantis-Geschwister.
Besonders auffällig: die aerodynamisch optimierten Details wie Luftleitbleche und die markanten, über die gesamte Breite gezogenen Heckleuchten. Dazu kommen charmante Easter Eggs, wie man sie von Jeep kennt – kleine grafische Spielereien am Fahrzeug, die den Entdeckergeist wecken.

Der Testwagen in knalligem Gelb passt perfekt zur Attitüde: selbstbewusst, ein bisschen verspielt, definitiv anders. Genau das erwartet man von einem Jeep – und genau das liefert er.
Innenraum: Robustheit mit Konzept
Innen setzt sich dieser robuste Ansatz fort. Der Compass E inszeniert bewusst eine gewisse Grobheit: gummierte Schalter, griffige Oberflächen, klare Strukturen. Das wirkt nicht billig, sondern funktional.
Die Sitze überzeugen mit sehr gutem Komfort und ordentlichem Seitenhalt, auch auf längeren Strecken – Stichwort Reichweite: Unter guten Umständen sind mit dem Jeep Compass E immerhin gut 400 Kilometer drin. Die Bedienung? Angenehm unaufgeregt. Kein überladenes Menüchaos, sondern eine weitgehend intuitive Struktur – ein klarer Vorteil gegenüber manchen überdigitalisierten Wettbewerbern.




Fahreindruck: Komfort statt Kraxeln
Überraschend: Der Compass E fährt sich deutlich komfortabler, als es die robuste Optik vermuten lässt. Fahrwerk und Abstimmung sind klar auf Alltag und Langstrecke ausgelegt. Unebenheiten werden sauber weggefiltert, ohne schwammig zu wirken. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und zielgenau – kein Sportgerät, aber präzise genug für ein sicheres Gefühl.


Wichtig: Der Compass ist kein echter Offroader. Der Frontantrieb setzt klare Grenzen im schweren Gelände. Mit rund 20 cm Bodenfreiheit ist aber leichtes Terrain problemlos möglich – Schotterwege meistert er aber souverän.
Antrieb & Verbrauch: Elektrisch unauffällig gut
Der Elektroantrieb arbeitet typisch unaufgeregt: leise, gleichmäßig, jederzeit ausreichend kräftig. Die 213 PS sorgen für solide Fahrleistungen ohne sportliche Ambitionen.
Der Testverbrauch liegt bei rund 19 kWh/100 km, was angesichts Größe und Form absolut im Rahmen ist – mit defensiver Fahrweise sind auch niedrigere Werte möglich. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 500 km. Wie oben schon erwähnt schafft man die 400er Grenze im normalen Alltag ohne Probleme.

Technische Daten (Jeep Compass Elektro)
- Leistung: 157 kW / 213 PS
- Drehmoment: 345 Nm
- Antrieb: Frontantrieb
- Batterie: ca. 74 kWh
- Reichweite: bis zu 500 km WLTP
- Höchstgeschwindigkeit: ca. 180 km/h

Preis in Österreich
Der vollelektrische Compass startet in Österreich aktuell bei rund:
- ab 43.280 Euro
Damit positioniert sich der Compass E im klassischen C-SUV-Elektrosegment – direkt im Umfeld von Modellen wie dem VW ID.4 oder dem Skoda Enyaq.

Fazit
Der Jeep Compass E ist kein Blender und kein verkappter Peugeot – sondern ein eigenständiger Charakterkopf im Stellantis-Kosmos.
Er kombiniert:
- eigenständiges, kantiges Design
- bewusst robuste Innenraumgestaltung
- hohen Fahrkomfort
- solide Elektrotechnik
Seine Schwäche? Der fehlende Allrad in der Basisversion nimmt ihm ein Stück Jeep-DNA im Gelände.
Seine Stärke? Er fühlt sich echt an. Und genau das ist in dieser Klasse mittlerweile eine Seltenheit.























