Der aktuelle Golf GTI – immerhin schon in der 8. Generation – ist im Herzen noch immer der lustige Heizer geblieben, der er 1976 war. Nur geht er halt jetzt mit deutlich mehr Ernst an die Lustigkeit heran.

Rote Streifen, entchromte Karosserieteile und die prägnanten drei Buchstaben an Heck und Kühlergrill: Auch der mittlerweile achte Golf GTI haut optisch noch voll in die Tasten. 1976 fiel der denkwürdige Startschuss zu einer beispiellosen Karriere – einer kleinen Mannschaft aus Speed-affinen VW-Technikern war es damals gelungen, ein neues Fahrzeugkonzept durchzusetzen. Die Geschichte ist bekannt, der VW Golf GTI wurde nicht nur zum Vorreiter einer Gattung sportlicher Kompaktwagen – er stellte von Anbeginn die Spitze in diesem Segment dar.

Freilich ist die Sache mittlerweile etwas komplexer geworden. In den wilden Siebzigern genügte es, einen 110 PS starken Sechzehnhunderter Motor in eine Kleinwagenkarosserie zu stecken und das Ganze dann fahrwerkstechnisch etwas feinzubürsten.

Heutzutage reicht das natürlich nicht mehr – die Modifikationen an der Außenhaut im Vergleich zum Basis-Golf sind freilich allumfassend – ein spezielles Nebelscheinwerfer-Design, welche an die karierte Zielflagge erinnert, extra-große Räder, zwei außen positionierte Endrohre und jede Menge GTI-Schriftzüge rundum – ein Zugeständnis and die Praxistauglichkeit sind die vier Türen, die sind beim Golf GTI serienmäßig.

Das Interieur wird geprägt durch die “entknopfte” Armaturentafel, die zum Markenzeichen der neuen Golf-Generation geworden ist.

Während man sich bei den Einstiegsmodellen fragen darf, ob nicht mancher Kunde damit überfordert ist, so darf man im GTI davon ausgehen, dass diese elektronische Spielerei von der junggebliebenen Kundschaft sicher goutiert wird. Obwohl man sagen muss, dass die Bedienung – vor allem bei sachgemäß-flotter Gangart – durchaus seine Tücken hat. Da würden haptische Schalter sicher zweckmäßiger sein.

Die Sitzbezüge sind als Reminiszenz an die historischen GTI-Modelle in klassischem Karomuster ausgeführt. Natürlich gibt es auf Wunsch auch feine Ledersitze.

Unter der Haube befindet sich ein 2,0-Liter-Turbo-Benziner, der 245 PS zwischen 5000 und 6500 Umdrehungen abliefert. Das maximale Drehmoment liegt bei 370 Newtonmetern, die auf einem Plateau von 1600 bis 4300 U/min abgerufen werden können. Das genügt, um den für moderne Zeiten relativ leichten Golf GTI (1460 Kilogramm) in 6,3 Sekunden auf Hundert zu pushen. Die Spitze liegt bei abgeregelten 250 km/h. Auch bei der Effizienz patzt der Sportler nicht – trotz artgerechter Behandlung schafften wir einen Testschnitt von 8,7 Liter Super auf hundert Kilometer.

Serienmäßig ist der GTI mit einer Sechs-Gang-Handschaltung ausgerüstet, wir empfehlen allerdings vorbehaltlos das Siebengang-DSG-Getriebe – es macht seinen Job einfach hervorragend, schaltet immer passend, pfeilschnell und gefällt beim Runterschalten mit dezenten Zwischengasstößen.

Die Fahrwerksabstimmung ist ebenfalls perfekt gelungen.

Die Lenkung arbeitet ungemein exakt, die elektronische Dämpferkontrolle lässt sich mit großer Spreizung einstellen, und die Vorderachs-Quersperre bietet gegenüber einer Regelung per Bremseingriff entscheidende Vorteile beim Einlenkverhalten und bei der Traktion. Gerade in Kombination mit der Spitzenbereifung im Format 235/35 R 19 gilt: Mehr Querdynamik bei gleichzeitiger Alltagstauglichkeit ist in dieser Fahrzeugklasse kaum vorstellbar.

Fazit: Auch der GTI bleibt bei aller Sportlichkeit ein echter Golf.

Das bedeutet, er bietet hohe Qualität und ein gutes Raumgefühl auf allen Plätzen. Wer möchte fährt damit täglich in die Arbeit und am Wochenende vernascht man dann damit ein paar flotte Kurven. Alles ist möglich – die Spreizung enorm.

Daten Fakten VW Golf GTI
Motor: R4-Turbo-Benziner
Hubraum 1984 ccm
Leistung: 245 PS
Drehmoment: 370 Nm bei 1600–4300 U/min
Vmax: 250 km/h
0 auf 100 km/h: 6,3 Sek.
Preis: ab 37.740 Euro

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