Die fünfte Generation des Volkswagen Caddy basiert zum ersten Mal auf der Golf-Plattform, jetzt kommt so gut wie nie der Gedanke auf, in einem aufgepimpten Lieferwagen zu fahren.

Wer ein wirklich praktikables Auto für alle Eventualitäten sucht, kommt am Hochdach-Kombi nicht vorbei. Diese Fahrzeuggattung bewährt sich sowohl im harten Business- oder Familienleben aber auch als Transport-Tool für Hobbysportler.

Der neue Caddy profitiert deutlich vom auf 2,75 Meter gewachsenen Radstand, der zusätzlichen Raum schafft, sodass nun auch bis zu sieben Personen Platz finden. Dann schrumpft allerdings der Kofferraum auf “Handschuhfachgröße”. Zusätzlich sorgt ein eineinhalb Quadratmeter großes Glasdach für Erhellung und bislang dem Golf vorbehaltene Elemente wie Ambiente-Beleuchtung oder das schlüssellose Start- und Schließsystem verbreiten einen gewissen Luxus.

Auch bei den angebotenen Assistenzsystemen setzt Volkswagen auf Fortschritt und spendiert dem Caddy sage und schreibe neunzehn Systeme, von denen fünf ihre Premiere im Caddy feiern. Travel Assist, Abbiegeassistent sowie der Anhänger-Rangierassistent seien hier genannt.

Der Diesel-Anteil ist in diesem Segment traditionell hoch. VW macht beim Caddy keine halben Sachen und setzt auch hier auf das Twin-Dosing-Verfahren, welches durch doppelte AdBlue-Einspritzung die Abgasbilanz des Transporters deutlich verbessert. Wir hatten die stärkste Variante des Zweiliter-TDI mit 122 PS im Test. Dieser verwöhnt den Caddy-Fahrer mit ordentlichem Durchzug, tollen Verbrauchswerten (Testschnitt rund fünf Liter Diesel) und für ein Auto dieser Art sehr feinen Akustikwerten. Bei den starken TDI-Motoren kommt standardmäßig eine manuelle Sechsgang-Schaltung zum Einsatz – als Option ist aber auch ein Siebengang-DSG lieferbar.

In Fahrt zeigt sich der VW Caddy von seiner problemlosen Seite. Das Fahrverhalten profitiert ebenfalls von der Golf-Plattform und meistert alle Aufgaben souverän. Die Fahrwerksabstimmung hätte man dieser Fahrzeugklasse nicht so zugetraut – sie glänzt mit feinem Komfort und dank neu entwickelter Hinterachse auch halbwegs polterfreiem Abrollen. Natürlich funktioniert das Ganze bei ordentlicher Beladung am besten. Einziges kleines Manko sind die Windgeräusche bei höheren Geschwindigkeiten.

Da der VW Caddy ja auch praktisch sein muss, dominiert im Inneren leicht zu pflegendes Hartplastik, dessen Verarbeitung aber durchaus einen wertigen Eindruck macht. Die Sitze sind langstreckentauglich und bieten guten Seitenhalt. Vor dem Lenkrad befindet sich eine aufgeräumte Instrumentensammlung und über den zentralen Bildschirm können die wichtigsten Einstellungen gesteuert werden.

Der Kofferraum ist natürlich das Highlight bei einem derartigen Auto. Mit dem Gepäckabteil des Caddy sollte eigentlich ein jeder das Auslangen finden – die Ausmaße sind riesig und auch einfach zu erweitern. So kann das Gepäck für eine längere Urlaubsfahrt problemlos verstaut werden und Freizeitsportler finden auch ausreichend Platz für ihre Sportgeräte. Zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten halten die Fuhre sicher an ihrem Platz.



Der Billigste war der Caddy noch nie – die Preisliste für den VW Caddy TDI beginnt bei 25.303 Euro



Daten Fakten VW Caddy 2.0 TDI
Motor: Vierzylinder-Turbodiesel
Hubraum: 1968 ccm
Leistung: 122 PS
Drehmoment: 320 Nm bei 1600 – 2500 U/min
Vmax: 187 km/h
0 auf 100 km/h: 11,2 Sek.
Testverbrauch: 5,1 Liter Diesel
Preis: ab 29.201 Euro

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