Die Zeiten sind hart für Erdgas-Fahrer, dank niedrigerer Ölpreise kostet ein Kilogramm CNG mit rund 1,79 Euro deutlich mehr als Benzin. Man sollte allerdings nicht übersehen, dass die Energiedichte von Erdgas dabei aber höher als die von Benzin ist. Sprich, mit rund 13 Kilo kommt man fast 400 Kilometer weit.

Auch wenn die Zahl der Erdgas-Tankstellen in Österreich noch immer nicht flächendeckend ist, gibt´s bei der Suche kaum Verdruss – einzige Voraussetzung ist eine ordentliche Planung der Tankstopps und auch wenn das CNG verbraucht ist, braucht man sich keine Sorgen machen, dann schaltet die Maschine automatisch auf Benzin-Verbrennung um und es geht munter weiter. Beim Skoda Scala G-TEC sind neun Liter Super an Bord. Das steigert seine Gesamtreichweite auf deutlich über 500 Kilometer.

Grundsätzlich macht der aufgeladene Ein-Liter-Dreizylinder seine Sache sehr gut. Auf ebener Strecke gehen sich auch die einen oder anderen Überholvorgänge aus, dank fein ausbalanciertem Fahrwerk machen auch beschwingte Kurvenfahrten Freude. Die Lenkung ist feinfühlig ausgelegt, die Bremsen sprechen ebenfalls angenehm präzise an. Zusammen mit den ordentlichen Sitzen taugt der Scala natürlich auch für weitere Strecken. Allerdings darf man bei 90 PS nicht zu viel erwarten, 12,4 Sekunden vergehen beim Standardsprint, 182 km/ sind als Spitze möglich. Das manuelle, gut schaltbare Sechsgang-Getriebe ist alternativlos, eine Automatik gibt es nicht.

Wir waren mit dem Skoda Scala im Urlaubseinsatz unterwegs und haben mit einer Gastank-Füllung lockere 400 Kilometer geschafft – wohlgemerkt vollbesetzt und mit Urlaubsgepäck im Kofferraum. Das einzige Manko waren dabei nicht die Reichweite, sondern eher die 90 PS, die sich beispielsweise auf steileren Etappen in den Alpen, wie zum Beispiel der Triebener Tauern schon etwas schwer taten. Runterschalten führt da eher zu hohen Drehzahlen und gesteigerter Lautstärke anstatt zu mehr Durchzug. 160 Newtonmeter sind halt nur 160 Newtonmeter.

Platzzugeständnisse an den Erdgas-Antrieb muss man höchstens beim Kofferraum machen. Wegen der drei Gastanks verkleinert sich das Kofferraumvolumen verglichen mit den Benziner- oder Dieselversionen um rund 120 auf 339 bis 1282 Liter. Auch ist der Kofferraumboden nicht variabel. Dafür ist die Sicherheitsausstattung mit allen gängigen Assistenten nahezu komplett. Alles funktioniert tadellos und rätselfrei. Nur der Spurhalteassistent nervt, weil er sich nach jedem Neustart des Motors eigenständig einschaltet, auch wenn er auf der Fahrt vorher deaktiviert wurde. Das ist zum Beispiel dann unangenehm, wenn man auf der Bundesstraße einen Radfahrer überholt und dabei nicht blinkt – der Schreck war groß, als der Spurassistent den Wagen mit aller Vehemenz in Richtung Radfahrer steuerte. Klar, man sollte ohne zu Blinken nicht überholen, aber das hätte auch ins Aug gehen können.

Unser Fazit

Neben der angenehm ruhigen Fortbewegung beruhigt der Skoda Scala G-TEC auch das grüne Gewissen ein wenig. Entstehen doch bei der Verbrennung immerhin 25 Prozent weniger CO2-Emissionen, auch der Ausstoß von Stickoxid und Feinstaub geht gegen Null. Und wo bekommt man sonst fast 400 Kilometer Reichweite um ca. 14 Euro.

Daten Fakten Soda Scala G-TEC
Motor: R3-Erdgas-Turbo-Benziner
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 90 PS
Drehmoment: 160 Nm bei 1800 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h
0 auf 100 km/h: 12,4 Sek.
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 3,6 kg
Preis: ab 21.980 Euro

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