Der Skoda Octavia ist längst kein Geheimtipp mehr . Unlängst hat er sogar das Kunststück geschafft, den VW Golf in Österreich vom Bestseller-Stockerl zu rempeln.

Wir hatten jetzt die neueste Version des deutsch-tschechischen Bestsellers in seiner beliebtesten Motor-Variante, nämlich als TDI bei uns zu Gast.

Der Mittelklässler wirkt jetzt deutlich verschliffener, geradliniger und weniger verspielt als sein Vorgänger. Vielleicht auch langweiliger? Es wird die Zeit weisen, wie schnell man sich satt gesehen hat, beziehungsweise ob nicht doch ein paar Ecken und Kanten dem großen Ganzen gut getan hätten.

Es gibt bei der Linienführung des Skoda nur wenige Details, an denen das Auge hängen bleibt. Sonst wäre es wohl auch kein Octavia geworden.

Innen hat sich deutlich mehr getan. Dort ist die Digitalisierung mit voller Macht eingekehrt und hat den haptischen Knöpfen den Kampf angesagt. Da werden sich die Besitzer des Vorgängers wohl ein wenig umgewöhnen müssen. Wie im Konzern neuerdings üblich, wird viel gewischt und getoucht – grundsätzlich kein Fehler, wenngleich es halt unterm Strich dann doch um einiges verkompliziert und ablenkungsgefährdeter wurde.

Stichwort Klimatisierung – man betrachte das Foto:

Bisher haben ein paar selbsterklärende Tasten oder Regler gereicht – Digital-Nerds werden jedoch begeistert sein.

Ein nettes Detail ist auch der minimalistische Wählhebel des DSG-Getriebes. Braucht keinen Platz und lässt sich gut bedienen.

Das riesige Platzangebot ist nach wie vor die Domäne des Skoda Octavia.

Vor allem die Beinfreiheit im Fond und der glattflächige Kofferraum sind bewusstseinserweiternd. Es hat bei Skoda Tradition, dass man sich strecken muss, um das Gepäck aus dem hintersten Winkel des Laderaums zu fischen.

Der neue TDI unterbietet dank Twin-Dosing – das ist das zweifache Einspritzen von Harnstoff zur weiteren Reduktion der Stickoxide – so ziemlich alle Umweltauflagen um teilweise ein Vielfaches. Selbst das Nageln haben sie ihm weitgehend abtrainiert. Lediglich die Kombination mit dem Siebengang-DSG haben wir woanders (Stichwort PSA EAT8 Wandlerautomatik bei Peugeot & Co) schon feiner verschliffen erlebt, wobei die früher üblichen Gedenksekunden bei VW Produkten schon deutlich weniger geworden sind.

Effizienz wird beim Octavia GROSS geschrieben – um mehr als vier Liter Diesel pro hundert Kilometer durch die Einspritzdüsen zu jagen, muss man sich schon sehr mit Gasgeben abmühen. Unser Testschnitt lag bei beachtlichen 4,3 Liter.

Fazit

Unterm Strich ist der neue Skoda Octavia die eierlegende Wollmilchsau geblieben, die er auch vorher schon war – wenn gleich natürlich deutlich digitalisierter und vielleicht dadurch ein wenig komplizierter. Aber was soll man sagen – so ist halt die Zeit und wenn man sich damit ein wenig beschäftigt, flutscht die Bedienung dann auch wieder optimal. Motorisch spricht gar nichts gegen den Diesel – im Gegenteil: Viel sauberer geht Verbrennung derzeit wahrscheinlich nicht.

Daten, Fakten Skoda Octavia TDI DSG
Motor: Vierzylinder Turbodiesel
Hubraum: 1968 ccm
Leistung: 150 PS
Testverbrauch: 4,3 Liter / 100 km
Preis: ab EUR 32.950,-

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