Mercedes-Benz E 300 de Test

Die E-Klasse ist das Kernmodell der Marke – der Mercedes-Benz schlechthin. Deshalb waren die Entwickler auch bei diesem Facelift extra darauf bedacht, einerseits den Erwartungen der verwöhnten Kundschaft zu entsprechen, als auch gleichzeitig den Sprung in eine Zukunft zu schaffen, die wenn möglich elektrisch, digital und autonom sein soll.

Mercedes Benz E 300 de

Obwohl es bei den letzten Maßnahmen lediglich um eine Modellpflege handelte, sind die Änderungen so umfangreich ausgefallen, dass man beinahe von einer neuen Generation der E-Klasse sprechen kann. Scheinwerfer und Kühlergrill sind neu gestylt, die Heckpartie präsentiert sich ebenfalls völlig neu. Auf den ersten Blick erkennt man das an den Heckleuchten, die jetzt horizontal ganz im Stil der übrigen Mercedes-Benz Modelle liegen.

Mercedes Benz E 300 de

Unser Testwagen in sportliche „AMG Line“ gekleidet – zeigt an der Front den bekannten Diamant-Grill inklusive großem Stern, eine skulptural modellierte Motorhaube, Sternfelgen ebenfalls im AMG Style und dunkle Fensterleisten. Chrom-Akzente findet man nur an den Türgriffen und als breite Zierleiste am Kofferraumdeckel. Durch die dunkle Farbgebung wirkt das Auto regelrecht zierlich – Verwechslungen mit der neuen C-Klasse sind nicht ausgeschlossen – das freut die C-Fahrer und den E-Besitzern ist es wahrscheinlich egal.

Auch beim Interieur hat sich einiges getan.

Die analoge Instrumentierung entfällt komplett, jetzt besitzen schon die Einstiegsmodelle der E-Klasse digitale Bildschirme, die sich vielfach konfigurieren lassen und auch aufs Wort gehorchen. Die neueste Generation des MBUX-Systems funktioniert dabei nahezu perfekt. Auf die Meldung “Hey Mercedes!” ertönt ein freundliches „Womit kann ich Dir helfen?“. Und dann wird einem wirklich geholfen – selbst unverständlichste Navi-Ziele werden auf Anhieb verstanden und automatisch einprogrammiert. Wer ein gelungenes Sprachsystem sucht, ist hier eindeutig richtig.

Die Bedienung erfolgt außerdem wahlweise noch über berührungsempfindliche Flächen am Lenkrad, per Gestensteuerung, Touchscreen oder über ein zentrales Touchpad. Außerdem gibt es für viele wichtige Funktionen noch haptische Schalter und Drehwalzen – unterm Strich findet jeder irgendwie seine Idealbedienung. Mercedes wäre nicht Mercedes, würde nicht auch die gesamte Interieur-Anmutung, eine geschmackvolle Kombination aus Holz, Metall und Leder, vom Feinsten sein. Auch die Sitze sind bequem, langstreckentauglich und bieten vorne tadellosen Seitenhalt.

Motorisch bedient Mercedes-Benz alte, wie auch neue Antriebs-Technologien mit Bravour.

Wenngleich man die Diesel-Technologie der Stuttgarter nicht als veraltet missverstehen sollte – im Gegenteil: Der Zweiliter-Diesel gehört zu den saubersten und somit zukunftssichersten Selbstzündern am Markt – der angeflanschte Elektromotor verleiht ihm noch zusätzlich das Hybrid-Mascherl, auf das heute so viele abfahren und welches gerade innerstädtisch auch Sinn macht. Diese Kombination spart dabei nicht nur Sprit, sie geizt auch nicht mit Fahrspaß, so druckvoll geht sie dank der Systemleistung von 306 PS ans Werk. Außerdem erspart sie uns auch den Verbrauchsschock, der manchen Fahrer ereilt, dessen Plug-in-Hybridfahrzeug mit Ottomotor ausgerüstet ist. Insgesamt sind wir im Testschnitt mit 5,2 Litern Diesel über die Runden gekommen – da waren aber auch jede Menge schnelle Langstrecken dabei.

Überhaupt ist der Mercedes-Benz E 300 de das perfekte Langstreckenfahrzeug.

Auch wenn nach rund 42 Kilometern lautloser, rein elektrischer Fahrt der Akku leer gefahren ist, stehen auf dem Reichweitendisplay des Verbrenners noch immer rund 800 Kilometer zur Verfügung. Wenn da mal was zu wenig wird, dann ist es der Platz (370 Liter) im Kofferraum, der wird nämlich von der Batterie ziemlich eingeschränkt. Wer also reisen möchte, sollte eventuell gleich zum T-Modell greifen. Dort residieren Passagiere, wie auch deren Gepäck gleich gut. Und wenn es dann mit Sack und Pack in den Skiurlaub geht, ist man wahrscheinlich auch ganz froh, den 4MATIC Allrad dabei zu haben.

Mercedes Benz E 300 de

Unser Fazit

Mercedes-Benz geht mit dem E 300 de einen mutigen Weg und zeigt damit eindrucksvoll vor, dass die Dieseltechnik längst nicht zum alten Eisen gehört. Eines sollte man aber nicht außer acht lassen: Auch wenn sich der Verbrauch im reinen Diesel-Betrieb sehr in Grenzen hält und der Verbrenner super-sauber ist – so richtig glücklich wird man mit dem Mercedes-Benz E 300 de nur, wenn man die Hochvoltbatterie auch regelmäßig an der Steckdose lädt. Wer will schon sinnlosen Zusatzballast in Form eines leeren Akkus mitschleppen – außerdem funktioniert dieses Auto im Hybrid-Einsatz einfach zu gut, um diesen links liegen zu lassen.

Mercedes Benz E 300 de

Zahlen Fakten Mercedes E 300 de 4MATIC
Motoren: Plug-in-Hybrid / 2.0 Liter Turbodiesel (194 PS) / Elektromotor (122 PS)
Systemleistung: 306 PS
Systemdrehmoment: 700 Nm
Testverbrauch: 5,2 Liter Diesel / 100 km
Preis: ab 56.050 Euro

Mercedes Benz E 300 de

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