Wir durften die Neuauflage der legendären Mini John Cooper Works Serie testen und waren schwer begeistert vom kleinen Kurvenräuber. Doch Obacht! Bandscheibenpatienten sollten etwaige Kanaldeckel weitgehendst umfahren.

Rennsport-Ikone John Cooper hat zu seiner Zeit eine Reihe von Formel-1 Boliden geschaffen. Der Visionär erkannte jedoch auch das Rennpotenzial eines speziellen Fahrzeugs – nämlich des Mini.

Wo fangen wir an, am besten beim Exterieur. Es ist einfach eine Augenweide, wie der kleine starke Giftzwerg am Asphalt steht. Mit seinen Spurverbreiterungen und den in saftigem Knallrot gehaltenen Dach und Seitenspiegeln, dem zarten Front- und schönen Heckspoiler an der Dachkante wirkt der Mini John Cooper Works bereits von Weitem. Kommt man dem Heck einmal näher (meistens nur an Ampeln oder beim Parken) sieht man in den Rückleuchten die Englische Union Jack Flagge eingearbeitet. Yes Sir, this is England! Begrüßt wird man am Ende des Fahrzeugs von zwei fetten Auspuffrohren, die von einem breiten Diffusor flankiert werden. 18-Zoll Niederquerschnittreifen und Ralleystreifen auf der Motohaube nebst Lufteinlass komplettieren den Racinglook.

Zu den inneren Werten. Mini-Fahrer kennen die Rundungen im Innenraum, die sich durch das gesamte Cockpit ziehen. Die visuelle Untermahlung in welchem Fahrmodus man sich gerade befindet (es gibt deren drei) gefällt oder nicht.

Unzählige Wippschalter und Knöpfe lassen das Cockpit wie das eines Kampfjets anmuten. Der Startknopf – ebenfalls als Kippschalter gestaltet – könnte wiederum aus einem Lamborghini stammen.
Die oben bereits angeführten Fahrmodi lassen die Ringe rund um das große Display in unterschiedlichen Farbtönen erstrahlen, diese Farbgebung zieht sich vom Lenkraddisplay bis in die Türverkleidungen durch. Entweder im sanften Ökomodus in Grün, der mittlere Modus ist in Türkis gehalten oder eben saftiges Rot für Sport – was sonst. Ein multifunktionales Kombiinstrument rundet das Cockpit fahrerseitig ab. Am Lederlenkrad mit seinen ausgeformten Daumenauflagen finden sich natürlich auch die Schaltwippen wieder, wobei wir finden, dass die automatische Gangwahl so perfekt abläuft, dass diese nur selten benötigt werden.
Auch der Allerwerteste wird in Premium-Halbschalenkomfortsitzen gut eingebettet.

Das straffe Sportfahrwerk verzeiht kaum etwas und so findet man sich am Asphaltslalom wieder, um die dortigen Kanaldeckel zu umzirkeln. Egal – nur die Harten kommen in den Garten, wie es so schön heißt. Uns ist klar, dass dieses Auto nicht für den romantischen Familienausflug erdacht wurde und dementsprechend finden auch die Passagiere im Heck nur mäßig Platz. Genauer gesagt wäre es ab einer Körpergröße von 150cm von Vorteil seine Beine abschrauben zu können. Wir haben den Test mit zwei Kindern im Alter von fünf und neun durchgeführt – das ging, die Oma wollte gleich wieder raus, mit vereinten Kräften schaffte sie das dann mühevoll. Am Lenkrad hätte sie sich aber sehr wohl gefühlt.

Nun zum eigentlichen Herzstück des Mini John Copper Works. Das 8-Gang Automatikgetriebe mit Torsen-Sperrdifferential arbeitet perfekt mit dem 2,0 Liter 4-Vierzylinder Twinpower Turbomotor zusammen. Wahlweise mit bis zu 231 PS. Ein Drehmoment von 320 Newtonmetern schieben den Hoschi innerhalb von 6,1 Sekunden auf 100, bei 246 ist Schluß. Unsere Testfahrten ergaben einen Durchschnittsverbrauch von acht Litern. Es ginge aber auch mit etwas weniger. Mit einem WLTP Wert von durchschnittlich 6,9 Litern könnte man auch sparsamer sein – wenn man möchte (nur wann möchte man…).

Fazit: Ein Auto für Puristen. Der Kofferraum ist da, dient wohl aber nur zur Aufnahme von zwei Bier-Kisten. Gut, dass es eine Durchreiche gibt, bzw. sich die Heckbank teilen und umklappen lässt, ein Wakeboard sollte sich ausgehen.

Unser Wagen:
MINI JOHN COOPER WORKS 3-TÜRER
Leistung: 231 PS
Kraftstoff: Benzin
Preis: ab € 33.000

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