Hyundai Tucson Test

Hyundai hat mit der vierten Generation des Tucson ein Design-Statement gesetzt, das über das Segment hinaus Maßstäbe setzen dürfte.

Auch die Rückansicht des Tucson ist total eigenständig.

Der gefällige, eher konventionelle Auftritt, der die ersten drei Generationen des Tucson prägte, ist einer futuristischen Linie gewichen, die viele neuartige Elemente und Proportionen aufweist. Dazu zählt vor allem die große Kühlermaske, die sich auf den ersten Blick als schwarzglänzende Fläche präsentiert. Erst wenn das Tagfahrlicht eingeschaltet wird, erstrahlen die jeweils fünf äußeren Elemente in kaltem LED-Weiß.

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Auffällig sind auch die kantigen Radausschnitte und die hinten abfallende Dachlinie. Was sich nicht geändert hat, ist die Liebe zum Detail sowie die perfekte Verarbeitung – erkennbar zum Beispiel an der Heckscheibe, wo das Hyundai Logo völlig bündig eingefasst ist und der Wischer unsichtbar unter dem Dachspoiler verschwindet. Bei aller Expressivität sei gesagt, dass der neue Tucson von einer Frau – der Koreanerin Seung Yeon Kim – designed wurde.

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Auch im Innenraum blieb kein Stein auf dem anderen.

Das Cockpit wird von zwei präzisen Linien geprägt, die aus der Seitenverkleidung kommend, über die Instrumentierung laufen und schlussendlich die zentrale Konsole einfassen. Das Cockpit verfügt über keine konventionelle Hutze mehr, die Belüftung strömt durch schmale Schlitze. Die Instrumentierung ist digital; sie lässt sich auf Wunsch in ihrer Darstellung variieren. Das Vier-Speichen-Lenkrad unterstreicht das hochwertige Ambiente zusätzlich.

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Das Tucson-Cockpit sieht nicht nur toll aus – es lässt sich auch weitgehend ohne Probleme bedienen.

Viel Platz für Kind und Kegel.

Auch wenn der Hyundai jetzt ziemlich spacig dasteht – die ungewöhnliche Formgebung bringt keine Nachteile mit sich – im Gegenteil: Die Raumausnutzung des viereinhalb Meter langen SUV ist nahezu perfekt, man sitzt vorne wie hinten höchst komfortabel, auch die Schalter und Bedienflächen sind ergonomisch sehr gut platziert. Für gröbere Transportaufgaben lässt sich der Kofferraum auf circa 1800 Liter erweitern.

In der von uns getesteten Prestige Line Ausstattung bietet der Hyundai Tucson coole Extras wie die Kameras an den Rückspiegel, deren Totwinkel-Bilder beim Blinken im Kombiinstrument hinter dem Lenkrad eingeblendet werden. Die angebotenen Assistenzsysteme sind allumfassend und arbeiten durchwegs gut, leider piepsen sie aber für unseren Geschmack ein wenig zu nervös. Dafür arbeitet der Spurassistent perfekt und angenehm diskret – eine Deaktivierung war im Tucson nicht notwendig.

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Aus der breitgefächerte Antriebspalette hatten wir den Hybrid-Benziner mit 230 PS, Allradantrieb und Automatik-Getriebe bei uns zu Gast.

Damit ausgestattet bietet der Hyundai Tucson tolle Beschleunigung, sämigen Durchzug und eine angenehm leise Geräuschkulisse. Dass er beim Verbrauch nicht ganz an einen Selbstzünder herankommt ist klar aber unser Testschnitt von 7,9 Liter auf hundert Kilometer war durchaus akzeptabel für ein Auto dieser Art. Das 6-Gang Automatik-Getriebe passt perfekt ins Konzept und wechselt die Gänge weich und präzise stets zum richtigen Zeitpunkt. Das Fahrwerk und die Lenkung des Hyundai Tucson sind ebenfalls höchst ausgewogen abgestimmt. Insgesamt gefällt das Auto mit feinem Komfort und sehr guter Langstreckentauglichkeit.

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Die Fahrstufen des Sechsgang-Automatikgetriebes werden per Knopfdruck gewählt.

Mit seinem futuristischen Auftritt und seinen überzeugenden Eigenschaften profiliert sich der neue Hyundai Tucson im eher konservativen Segment der Mittelklasse SUV mehr als positiv. Hyundai ist das Kunststück gelungen, aus der grauen Masse hervorzustechen. Wenn man sich die kommenden Modelle der Koreaner so ansieht, wird erkennbar, dass der Tucson nicht das einzige avantgardistische Fahrzeug von Hyundai bleiben wird – wir freuen uns zum Beispiel schon auf den vollelektrischen Ioniq5 oder den coolen Hyundai Staria Minivan.

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Daten Fakten Hyundai Tucson Prestige Line 1.6 T-GDI Hybrid AT 4WD
Motor: Vierzylinder Turbobenziner/Elektromotor
Leistung: 230 PS
Drehmoment: 350 Nm
Testverbrauch: 7,9 Liter / 100 km
Vmax: 193 km/h
0 auf 100 km/h: 8,3 Sekunden
Preis ab EUR 48.990,00

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