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Wenn Honda von einem Hybridantrieb spricht, darf man davon ausgehen, dass uns die Technik-affinen Japaner sicher keine schnöde “Normalo”-Lösung aufgetischt haben.

So geschehen auch bei unserem Honda CR-V Testwagen, der zwar “Hybrid” heißt, aber dennoch technisch ganz eigene – nämlich interessante – Wege geht: Unter der Haube arbeitet ein Zweiliter-Vierzylinder mit 145 PS – und zwar nach dem Atkinson-Prinzip.

Jetzt wird´s kurz mal technisch: Durch das späte Schließen des Einlassventils wird ein Teil des angesaugten Gases wieder zurück gepumpt. Der Hauptvorteil dieser Technik liegt darin, dass das Gas durch den verlängerten Expansionshub weiter entspannt und stärker abkühlt und damit die Energie bei geringerer Leistung besser ausgenutzt wird. Der thermische Wirkungsgrad steigt. Besonders gut funktioniert das, wenn man den Motor nicht allzu hoch dreht, was ebenfalls dem Verbrauch zugute kommt.

Dieser Atkinson-Motor wiederum treibt einen Generator an, der seinen Strom in einer neun Kilowatt fassenden Lithiumionenbatterie speichert. Aus dieser bedient sich der zweite Elektromotor, der den Vortrieb übernimmt. Reichen Kraft und Drehmoment nicht aus, hilft der Benziner aus. Er fungiert also nicht nur allein zur Stromerzeugung, er bringt sich auch selbst – bei größerer Beschleunigung auch deutlich hörbar – ein. Dies erinnert akustische ein wenig an die japanischen CVT-Getriebe im Prius und Co. Mit dem Unterschied, dass sich der Honda CR-V Hybrid AWD dieses Hochjaulen nur bei hartnäckigem Vollgas entlocken lässt.

Untertourig gefahren rollt er innerstädtisch meist elektrisch – auch teilweise viel länger als die zwei Kilometer, die Honda als rein elektrische Reichweite angibt.

Nach längeren Autobahn-Etappen meldet sich der Verbrenner klarerweise häufiger zu Wort, weil der Batterie der Saft ausgegangen ist. Der große Aha-Effekt stellt sich dann an der Tankstelle ein, wo Durchschnittsverbräuche von rund sieben Litern – trotz der 1,8 Tonnen, die das Honda SUV auf die Waage bringt – aufscheinen.

Äußerlich wirkt der Honda CR-V weit weniger schwergewichtig, als er tatsächlich ist.

Honda verpasste ihm das typische Markengesicht mit den gepfeilten Scheinwerfern und auch das Heck wirkt relativ schlank. Beim Interieur zeigt sich der CR-V komfortbewusst. Sein Design trägt nicht auf, langweilt aber auch nicht – vielmehr sorgt es Behaglichkeit mit seinen sanften Rundungen und grifffreundlichen weichen Materialien, den breiten, komfortablen Ledersesseln vorn und dem üppigen Platz für die hinten Sitzenden.

Statt eines Ganghebels auf der Mittelkonsole findet der Fahrer dort drei Druck- oder Zugknöpfe für den Leerlauf, den Rückwarts- und den Vorwärtsgang. Daneben lassen sich die Fahrprogramme „Sport“ und „Eco“ sowie „EV“ für den rein batterieelektrischen Vortrieb einstellen. Schaltet man auf „Sport“ leuchten die Anzeige am Kombiinstrument flammend Rot auf. Aber seien wir uns ehrlich – “Eco” passt viel besser zum gelassenen Charakter dieses Familien-SUV. Diese Familie kann übrigens auch viel Krimskrams mitnehmen. Rund 560 Liter passen in den Kofferraum, also locker das Gepäck für vier Personen.

Fazit

Der Honda CR-V Hybrid AWD präsentiert sich als interessante Alternative zu Tiguan und Co. Vor allem Technik-affine Interessenten werden damit ihre helle Freude haben. Aber auch bei den Basics, wie Fahrverhalten, Verarbeitung, Komfort und Platzangebot patzt das Honda SUV nicht – auch preislich gibt´s keine Brösel: Ab EUR 43.890,- ist man mit der gut ausgestatteten Elegance-Version inklusive Allrad dabei.

Daten Fakten Honda CV-R Hybrid AWD
Motor: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1993 ccm
Leistung: 145 PS
Drehmoment: 175 Nm
Elektromotor1: 34 kW / 55 PS
Elektromotor 2: 135 kW / 184 PS
Drehmoment E-Motor: 315 Nm
Systemleistung: 135 kW / 184 PS
Batterie: Lithiumionen-Akku 9,0 kWh
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 9,2 Sek.
Preis: ab EUR 43.890,-

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