Honda e Test

Während ein elektrisches Monster-SUV nach dem anderen das Licht der Welt erblickt, übersieht man in deren Schatten schnell, dass es auch ein elektrisches Leben darunter gibt.

Da wuseln schon eine Reihe von wendigen City-Elektrikern durch die Straßen der Stadt. Der Peugeot e-208, der Mazda MX30 oder der Smart Fortwo EQ seien hier erwähnt. Seit 2020 schlägt auch Honda mit seinem schlicht “e” benamsten Stadtelektriker in die selbe Kerbe.

Honda e Test

Allen gemein ist ihre geringe Größe, eine hervorragende Wendigkeit und Reichweiten von um die 200 Kilometer, die eben für ihren Einsatz in der Stadt gedacht sind und den Vorteil haben, das Gewicht dank kleiner Akkus niedrig zu halten – wobei wir wieder bei der Wuseligkeit wären.

Der Honda e nimmt im Verein der Kleinen wahrscheinlich am meisten das Kindchen-Schema für sich in Anspruch.

#eslebedasauto
Honda e Test

Der Wagen sieht einfach herzig aus mit seinen runden Kulleraugen vorne und hinten.

Trotzdem ist das Design schnörkellos und clean und wirkt wie eine Mischung aus Moderne und Retro. Es zitiert Designelemente des ersten Civic (1972) und kombiniert sie mit modernen kreisrunden LED-Lichtern, die vorne und hinten in Klavierlack eingebettet sind sowie winzigen Auslegern für die Rückspiegelkameras. Auf der vorderen Haube liegt die Ladeklappe – ebenfalls schwarz abgesetzt.

Der Honda e misst 3,90 Meter, bietet aber dennoch Platz für vier Personen und ist mit einem Wendekreis von gerade einmal 9,2 Metern super-agil und wendig im Großstadtgetümmel.

Mittels Schlüsseldruck klappen die in die Türen integrierten Griffe aus und laden zum Einsteigen ein. Auch innen verliert der Honda e nichts von seiner äußerlichen Strahlkraft. Ein Zwei-Speichen-Lenkrad, jede Menge Holzdekor und fesche mit Stoff und Kunstleder bezogene Sitze – bei aller Modernität weht auch innen ein Hauch von Retro.

Bei aller Besinnung auf vergangene Zeiten – analoge Anzeigen sucht man im Honda e vergeblich, die Armaturen erweisen sich als hochmoderne Armada an Bildschirmen, die sich über die gesamte Breite des Cockpits erstreckt. Sechs Stück sind es, wenn man den ebenfalls digitalen Innenspiegel mitzählt.

Über die beiden äußeren Monitore wird das Bild der Rückspiegelkameras eingespielt. Im Gegensatz zum Audi e-Tron gewöhnt man sich schnell daran und möchte deren Bild auch nicht mehr missen, zumal es auch in der Nacht noch brillant dargestellt wird und auch die kleinen Displays ideal im Blickfeld liegen. Eine Weitwinkelfunktion hilft beim Spurwechsel, hier werden Abstandsmarkierungen zum Hintermann eingeblendet.

Honda e Test

Die wichtigsten Informationen für die Fahrt erhält der Fahrer über das Kombiinstrument hinter dem Lenkrad. Rechts daneben befinden sich zwei Touchscreens für die Navigation und das Infotainment. Sehr cool: Die Inhalte der beiden Bildschirme lassen sich nach Belieben untereinander austauschen. So kann auch der Beifahrer seine Musikwünsche erfüllen oder über das bordeigene WLAN diverse Internetdienste streamen. Schnittstellen gibt es ebenfalls jede Menge – sogar ein HDMI-Port wird geboten.

Trotz aller Funktionen hat des Honda geschafft, die Bedienung selbsterklärend und leicht verständlich zu gestalten. Als ebenso brauchbar zeigt sich die intelligente Sprachsteuerung. Das haben wir bei weitaus teureren Fahrzeugen schon viel schlechter erlebt.

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Das Platzangebot des Honda e fällt für die Fahrzeugklasse üppig aus – schuld daran ist der ausladende Radstand. Obwohl die Abmessungen stadtfreundlich sind, haben vier Personen schon sehr ordentlich Platz. Dafür schluckt der Kofferraum kaum was – seine 171 Liter sind schnell voll. Der Grund dafür ist der Elektromotor, der unterm Ladeboden sitzt und die Hinterräder antreibt. Er leistet 154 PS und entfaltet ein maximales Drehmoment von 315 Newtonmetern. Damit lässt es sich vorzüglich anströmen.

Dank der zielgenauen, direkten Lenkung und des kraftvollen Antriebs ab Null, lässt sich der Honda e herrlich durch die Kurven scheuchen. Das erinnert irgendwie alles an den seligen alten Mini Cooper, nur der war halt deutlich lauter und konnte nicht auf einem Bierdeckel wenden.

Honda e Test

Gespeist wird der Honda e von einem 35,5 kWh fassenden Lithiumionen-Akku. Dieser ermöglicht eine WLTP-Reichweite von 210 Kilometern. In der Praxis sieht das freilich etwas anders aus, dann sind mit dem Honda e gute 180 Kilometer drin. Das reicht aber für den innerstädtischen Verkehr oder kurze Überlandfahrten vollkommen aus.

Wer möchte, nutzt die Rekuperation über die Lenkradpedals. Mit der stärksten Stufe aktiviert man sogenanntes “One-Pedal-Diving”, dann kann man das Bremspedal links liegen lassen, es reicht das einfache Lupfen des Fahrpedals. Dann bremst der Honda ganz komfortabel und selbständig bis zum Stillstand ab.

Honda e Test

Sind die Batterien erschöpft, erfolgt auch das Nachladen flott.

An einer 50 kWh Schnelladestation ist der Akku in 30 Minuten zu 80 Prozent wieder befüllt. Daheim an der Wallbox dauert es gute 4,1 Stunden, um die Akkus wie auf 100 Prozent zu bekommen.

Daten Fakten Honda e
Motor: Elektromotor, Hinterradantrieb
Leistung: 113 kW / 154 PS
Drehmoment: 315 Nm
Batterie: Hochvolt-Lithiumionenbatterie, 35,5 kWh
WLTP-Reichweite: 210 km
Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h
0 auf 100 km/h: 8,3 Sek.
Preis: ab 35.690 Euro

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