Ford Kuga Test

Der Ford Kuga mit seinem 120 PS Dieselmotor repräsentiert irgendwie die gute alte Zeit – ohne jedoch in irgendeiner Weise altmodisch zu sein.

Wir leben in Zeiten großer Umbrüche und großer Ansagen: Da ist die Rede vom Tod der Verbrenner im Jahr 2030, VW und Audi brüsten sich mit Sager, keine neuen Verbrenner mehr entwickeln zu wollen, Volvo und Jaguar wollen bis 2030 gleich gar keine Verbrenner mehr im Programm haben und sogar die bayrischen Motorenwerke präsentieren quasi im Vorbeigehen zwei neue Elektroautos und die Ankündigung schwer ins heilige Geschäft mit der E-Mobilität einsteigen zu wollen. Wieviel von diesen Ankündigungen nur Schall und Rauch sind, werden wir wohl erst in einigen Jahren erfahren, die Erfahrung hat ja bislang eine andere Sprache gesprochen.

ford kuga test

Kürzlich hat auch Ford mit ähnlichen, wenngleich auch deutlich realistischeren Meldungen von sich reden gemacht: Bereits Mitte 2022 sollen die elektrifizierten Modelle die Mehrheit im Angebot stellen. Das hört sich jetzt nach jeder Menge Ford-Elektroautos an – man sollte allerdings bedenken, dass unter dem Begriff “Elektrifizierung” auch sogenannte Mildhybride fallen, bei denen eine 48-Volt-Technik den Verbrennungsmotor unterstützt, die aber keinen Meter elektrisch zurücklegen können. Und wenn man sich die Fahrzeugpalette der Kölner näher ansieht, könnte diese Ankündigung durchaus Wirklichkeit werden. Da findet man schon jetzt nur mehr wenige Verbrenner ohne Elektrounterstützung.

Einen dieser “reinrassigen Verbrenner” hatten wir jetzt bei uns im Testfuhrpark: Den Ford Kuga 1.5l EcoBlue mit 120 PS und 8-Gang-Automatikgetriebe.

Die Front hat durchaus sportliche Werte.

Dass das Wort Diesel in der Modell-Bezeichnung nicht mehr vorkommt, spricht irgendwie Bände. Dabei war es bis vor kurzem Usus, Mittelklasse-SUV mit sparsamen Selbstzündern auszustatten. Auch beim getesteten Kuga liegen die Vorteile auf der Hand, zumal es sich bei diesem Turbodieselmotor um ein ausgesprochen talentiertes Exemplar mit feinen Manieren und hoher Effizienz handelt.

Ford kuga test

Natürlich hört man die Arbeitsweise, vor allem wenn man den Motor im Winter frühmorgens startet. Aber irgendwie passt dieses verhaltene Mahlen ziemlich gut zum Ford Kuga. Leute! Vor kurzem klangen noch alle SUV so! Und es war gut so!

Auch das Achtgang-Automatikgetriebe hat uns gut gefallen. Es portioniert das frühzeitig angelieferte Drehmoment perfekt – schaltet verbrauchsschonend (Testschnitt 6,2 Liter Diesel / 100 km) bald hoch, dies geschieht außerdem völlig ruckfrei. Bedient wird die Automatik übrigens per trendigem Drehknopf.

Ansatzlos beschleunigt der Ford hoch – eine Anfahrschwäche gibt´s genauso wenig, wie ein Turboloch. Natürlich reißt der relativ kleinvolumige Motor keine Bäume aus aber vor allem im Sport-Modus kommt schon ein Hauch von Fahrspaß auf. Das liegt aber nicht nur an der Motor-Getriebe-Kombination sondern vor allem am Ford-typisch knackig ausgelegten Fahrwerk, der zielgenauen, direkt ausgelegten Lenkung und der standfesten Bremse. In diesen Bereichen hat sich Ford durchaus schon einen guten Namen gemacht. Für die eher abenteuerlich angehauchten Familien-Trips bietet Ford auch noch die Fahrmodi „Rutschig“ und „Tiefer Schnee/Sand“ – diese helfen beim Anfahren und machen den Kuga einen Hauch sensibler zu fahren – einen echten Allradantrieb gibt´s aber für den kleinen Diesel nicht.

Das Lenkrad ist dick gepolstert und auch ordentlich beheizbar. Im Kuga darf noch an den Knöpfen gedreht und gedrückt werden.

Wenn es dann der Papa wieder gemütlicher angehen möchte, schaltet er in den Komfort oder Eco Modus und die ganze Familie erfreut sich am ruhigen Ambiente und dem großzügigen Platzbedarf, der auch längere Urlaubfahrten mit viel Gepäck nicht zur Tortur macht. Großartige Sitze in der ersten Reihe, die sowohl bequem sind, als auch guten Seitenhalt bieten und viel Kniefreiheit für die hinten Sitzenden, sowie ausreichend Platz im glattflächigen Kofferraum (Volumen: 475 bis 1534 Liter) machen den Ford Kuga 1.5 EcoBlue zum perfekten Familienauto.

Der Ford Kuga gehört noch zu jenen Autos, die man auch ohne Extra-Einschulung weitgehend intuitiv bedienen kann. Es ist vielleicht heutzutage ein wenig uncool, normale Knöpfe zu drücken oder zu drehen (sagen wenigstens die VW-Interieur Designer), dafür wird man beim Bedienen des Ford Kuga bei weitem nicht so vom Verkehrsgeschehen abgelenkt, wie beim Hauptkonkurrenten VW Tiguan.

Wählt man die Ausstattungsvariante Titanium X bekommt man die volle Technik- und Wohlfühlpackung von Ford. Standard sind unter anderem WLAN, Spurhalteassistent und eine intelligente Geschwindigkeitsregelanlage. sowie das sprachgesteuerte Infotainmentsystem Sync 3, Keyless-entry, Navigation, 2-Zonen-Klimaautomatik, Park-Pilot-System, Regensensor, ein wohlklingendes B&O Soundsystem und vieles mehr.

Daten Fakten Ford Kuga 1.5 l EcoBlue Titanium X
Motor: R4-Diesel, 1499 ccm, Turbo
Leistung: 120 PS
Drehmoment: 300 Nm bei 1750–2250 U/min
Vmax: 180 km/h
0 auf 100 km/h: 11,7 Sek.
Testverbrauch: 6,2 Liter Diesel
Basispreis: ab 39.100 Euro

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