Ford Explorer Test

Plug-in-Hybrid Technik soll einen fünf Meter langen Zweieinhalbtonner trotz 457 PS starkem Dreiliter-V6 zu einem Verbrauch von 3,1 Litern auf hundert Kilometer verhelfen. Wir haben´s ausprobiert.

Ford Explorer Test

Vor rund 30 Jahren hat Ford mit dem Explorer in den USA eins der ersten echten SUV auf die Räder gestellt. Erst jetzt schafft es der Siebensitzer zu uns – der Verbrauch des Explorer hätte bislang auch nicht wirklich nach Europa gepasst. Ford hat scheinbar die Gesetze der Physik außer Kraft gesetzt: Der Ford Explorer soll sich – so verspricht jedenfalls der Hersteller – mit gerade mal 3,1 Liter Benzin auf 100 Kilometern zufrieden geben.

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Möglich soll dieser Wert durch die Kombination von Elektro- und Verbrennungsmotor werden, außerdem hilft auch das WLTP-Messverfahren, welches sich bei derartigen Modellen als äußerst realitätsfern erweist, kräftig mit. Vorweg sei gleich mal gesagt: Wie alle Plug-in-Hybride kann auch der Ford Explorer die auf einem Prüfstand entstandenen Werte nicht einlösen. Dennoch muss man zugeben, dass uns der Testverbrauch angesichts der gebotenen Leistung und Größe nicht geschreckt hat: Bei pomaler Fahrweise stand am Ende ein Wert von 6,5 Liter am Verbrauchsdisplay, schnelle Autobahnfahrten befördern freilich diese Zahl rasch ins Zweistellige.

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Hat man den 13,6 kWh starke Lithium-Ionen Akku in rund viereinhalb Stunden an der Ladesäule beziehungsweise sechs Stunden an der Haushaltssteckdose vollgeladen, gibt Ford eine rein elektrische Reichweite von 42 Kilometern an. Die wird allerdings nur erreicht, wenn man sich absolut im Griff hat. Der 102 PS starke Elektromotor alleine reicht eher für innerstädtischen Stop & Go Verkehr – außerdem boostet er den Verbrenner noch unterstützend. Es ist somit sehr empfehlenswert, die Akkus immer gut zu laden.

Man glaubt es auf den ersten Blick nicht, wie gut sich der riesige Ford Explorer in der Innenstadt schlägt.

#eslebedasauto
Ford Explorer Test

Das Revier des Ford Explorers ist zwar in erster Linie die gut ausgebaute Bundesstraße oder Autobahn, wenngleich dieser automobile Riese eigentlich in fast jedem Einsatzbereich eine eindrucksvolle Vielseitigkeit an den Tag legt. So schreckt ihn weder raues Gelände, noch kann der Anhänger oder das Boot am Haken zu schwer werden. Gleichzeitig wirkt er durchaus handlich, wenn man damit elektrisch die Innenstadt befährt. Natürlich gibt es Grenzen an die er innerstädtisch stößt – alleine die Breite von 2,28 Metern disqualifiziert ihn für so manche Tiefgarage. Aber selbst beim Einparken ist man dank vielfältiger Park-Sensorik und Kameraunterstützung nach kurzer Einübung damit recht gut unterwegs.

Ford Explorer Test

Überland spielt der Ford Explorer seine Stärken dann voll aus.

Bequem auf komfortablen Ledersitzen einschließlich Massagefunktion sitzend gleitet man dahin – die unauffällig schaltende Zehngang-Automatik verschont uns dabei weitgehend mit störenden Schaltrucken. Von Null auf Hundert schenkt sich der Ford nichts – der Sprint wird in lockeren sechs Sekunden abgehandelt, und auch kurze Zwischenspurts absolviert der Explorer mit bulligem Durchzug. Dass der Ford Explorer kein kurvengeiles Sport-SUV ist, liegt auf der Hand – dafür ist er dann doch zu komfortabel ausgelegt. Er präsentiert sich vielmehr als angenehmer Begleiter für die Langstrecke, der einem niemals antreibt sondern eher für coole Entspannung sorgt.

Für den Fall, dass man sich mit dem Explorer einmal ins Gelände verirrt, stehen insgesamt sieben Fahreinstellungen bereit – von Glätte bis Schnee und Sand sowie für die kontrollierte Fahrt bergab. Seine Allradqualitäten spielt der Explorer auf jeden Fall als Zugfahrzeug aus, wenn bis zu 2500 Kilo an der Anhängerkupplung hängen. Für Transportaufgaben eignet sich das SUV überhaupt perfekt: Bei zurückgeklappter Rückbank verwandelt er sich in einen Transporter für den großen IKEA-Einkauf oder den kleinen Umzug zwischendurch.

Bei der Ausstattung hat Ford aus dem Vollen geschöpft.

Bei beiden angebotenen Design-Linien ST-Line und Platinum sind alle elektronischen Helfer an Bord. Die Liste reicht von einem erstmals in Europa angebotenen Assistenten, der Hindernisse am Heck (größer als 28 Zentimeter) erkennt und (bei Geschwindigkeiten zwischen 1,5 und zwölf km/h) automatisch bremst über einen adaptiven Tempomat, Verkehrszeichenerkennung und einem Spurhalteassistenten.

Auch bei der Komfortausstattung gibt es keine Mangelerscheinungen – es wird schlicht und ergreifend alles geboten, was der Markt derzeit so hergibt. Und was fast noch wichtiger ist: Sowohl die gebotene Verarbeitungsqualität, die Materialgüte, als auch die Bedienbarkeit aller Features stimmt.

Ford Explorer Test

Daten Fakten Ford Explorer
Motor: V6-Benziner, 3000 ccm, Turbo
Leistung: 267 kW / 363 PS bei 5750 U/min
Drehmoment: 555 Nm bei 3500 U/min
Elektromotor: 75 kW / 102 PS
Drehmoment E-Motor: 300 Nm
Batterie: Hochvolt-Lithiumionenbatterie, 13,6 kWh
Systemleistung: 457 PS (336 kW) bei 5750 U/min
Vmax: 230 km/h
0 auf 100 km/h: 6,0 Sek.
Elektr. Reichweite: 42 km
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 3,1 Liter
Testverbrauch: 6,5 Liter bis 11,5 Liter / 100 km
Preis: ab EUR 71.010,-

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