Neben den 55er-Modellen und dem Spitzenmodell mit der gleichsam schönen wie schlichten Bezeichnung S erfolgt der Einstieg in die elektrische Audi-Welt mit dem e-Tron 50 – und wir haben uns diese als Sportback-Variante näher angesehen.

Von wegen Einsteiger-e-Tron – von Verzicht kann keine Rede sein – auch mit dem e-Tron 50 quattro ist man leistungstechnisch ordentlich aufgestellt.

Mit dem e-Tron 50 Quattro brachte Audi Mitte 2019 eine neue Leistungsstufe des elektrisch angetriebenen SUV auf den Markt. Die beiden Elektromotoren leisten in der neuen Einstiegsvariante 313 PS (230 kW) und liefern 540 Newtonmeter Drehmoment ab. Die 71-kWh-Batterie steht für mehr als 300 Kilometer Reichweite laut WLTP-Zyklus. Der Basis-Preis von unter 65 000 Euro ist – wie bei Audi üblich – wohl eher ein theoretischer Wert, der sich schwuppdiwupp in höher Sphären verflüchtigt, sobald man beginnt in der Extraliste seine Kreuzerl zu machen.

Lahm oder gar technisch unterernährt ist auch die 50er Version des Audi e-Tron nicht, er beschleunigt in sieben Sekunden auf Hundert und die Höchstgeschwindigkeit wird bei 190 km/h sinnvollerweise abgeregelt. Auch das Laden beherrscht er gut: An der Schnellladesäule kann das Fahrzeug mit bis zu 120 kW Leistung laden – da geht dann schon was weiter. Damit ist das Elektro-SUV in etwa einer halben Stunde bereit für die nächste Langstreckenetappe. Alternativ lässt sich der Akku natürlich auch an der Wallbox zuhause versorgen – das ist dann ein Fall für eine durchladene Nacht in der eigenen Garage.

Auch optisch gibt sich der Audi e-Tron keine Blöße. Er strahlt unverhohlen jene technoide Coolness aus, die man von einem hochkarätigen Audi erwartet. Die Fließheck-Variante wirkt dabei nochmal um einiges stimmiger als der normale e-Tron SUV. Wenn man dann das ganze noch, wie im Falle unseres Testwagens auf die Spitze treibt und den Wagen in schreiendes Rot hüllt und mit sportlichen s-Line Features aufpeppt, erhält man einen “Headturner” par excellence. Selten zuvor wurden wir derart oft von Wildfremden angesprochen, wie im Falle des e-Tron Sportback.

Vor allem die “virtuellen” Außenspiegeln waren stets im Gespräch. Dieses Extra sieht man nicht an jeder Straßenecke – vor allem, weil es kostspielig und leider auch mäßig sinnvoll ist. Auch nach längerer Benutzung blickt man immer noch auf die Kamera-Ausleger und und nicht auf die in der Türe untergebrachten Bildschirme – das kann im Falle eines schnellen Spurwechsels im Eifer des Gefechts schnell ins Auge gehen. Und auch beim Einparken in engen Schrägparkplätzen hätten wir uns mit normalen Außenspiegeln leichter getan. Fazit: Um die EUR 1.758,- dieses Aufpreis-Features lässt sich der e-Tron ziemlich oft aufladen – kann man sich beruhigt sparen.


Im gehobenen Geschwindigkeitsbereich machen sich natürlich die konzeptbedingten Nachteile des Elektroantriebs bemerkbar.

Ab 130 km/h steigt der Energiebedarf ordentlich an. Selbst dieses unspektakuläre Tempo führt dazu, dass sich die Akkus zügig entleeren. Und so wird man sich mit dem Audi e-Tron auf Langstrecken zweckmäßigerweise eher auf der rechten Spur einsortieren, um den Reiz des geruhsamen Gleitens zu erleben – und das Heckdesign der zahlreichen Dieselfahrzeuge zu studieren, die auf der Überholspur vorbeiziehen.

Bei realistischen 260 Kilometer Reichweite sind es vor allem die kürzeren Distanzen, auf denen der e-Tron seine Leistung ausspielen kann. Ein Sportwagen ist der e-Tron klarerweise nicht, dafür ist er einfach zu schwer und ausladend, dafür bietet er jede Menge Souveränität, wenn es ums gemütliche Dahingleiten geht. Der Audi e-Tron ist ausgesprochen leise, der Sitzkomfort wäre sogar langstreckentauglich. Und vor dem Fahrer präsentiert sich ein markentypisch futuristisches Cockpit mit drei großen Bildschirmen, welches sehr gut zum Charakter dieses Elektroautos passt. Auch die Qualität ist “Audi-like” – sieht man vielleicht von der defekten elektrischen Lenkradverstellung des Testwagens ab – da hat sich der Schalter einfach in die Lenksäulenverkleidung verabschiedet.


Übrigens steckt der e-Tron auch jenseits seines Antriebs voller Innovationen. So funktionieren die Assistenzsysteme perfekt, und gegen Aufpreis gibt es eines der modernsten Scheinwerfersysteme am Markt: Pro Scheinwerfer wird das Licht über jeweils 1,3 Millionen Pixel gesteuert, was beispielsweise eine dynamische Vorfeldprojektion ermöglicht.

Meister im Schnellladen

Fast noch wichtiger als mehrere hundert Kilometer Reichweite ist für uns, dass man ein Elektroauto auch möglichst schnell wieder aufladen kann. Das funktioniert im Falle des Audi e-Tron Sportback sehr gut: Man kann dieses Modell mit bis zu 150 kW laden. Dabei wird die Ladeleistung über einen weiten Bereich konstant gehalten.

Mit seiner guten Leistung, seinen zahlreichen Innovationen und dem sehr hohen Qualitätsniveau präsentiert sich der Audi e-Tron 50 quattro als gute Alternative zu ähnlich gearteten Elektroautos wie dem Mercedes-Benz EQC oder dem Jaguar E-Pace. Als Sportback erhält man ein auffälliges SUV-Coupe, bei dem man auch platzmäßig keinerlei Einbußen machen muss. Preislich ist man klarerweise tief im Premium-Segment – der Gegenwert eines ordentlichen Kleinwagen ist da schnell oben drauf gelegt, wenn man beim Ankreuzen der Extras nicht aufpasst.

Daten / Fakten Audi e-Tron 50 quattro Sportback
Motor: zwei Asynchron-Elektromotoren
Leistung: 230 kW
Drehmoment: 540 Nm
Hochvolt-Lithiumionenakku: 71 kWh
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h (abgeregelt)
0 auf 100 km/h: 7 Sek.
Test-Reichweite: ca. 260 km
Test-Durchschnittsverbrauch: 28 kWh
Basispreis: EUR 62.130,-

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