Citroën beweist mit dem C3, dass Komfort auch im Kleinwagensegment gefragt ist.

Jetzt wurde der Bestseller der Franzosen – er verkaufte sich bis dato weltweit immerhin 850.000 mal seit 2017 – sachte überarbeitet. Neben einer leicht gelifteten, jetzt deutlich ernster blickenden Front darf man sich über noch mehr Komfort und dreimal so viele Individualisierungsmöglichkeiten freuen.

Tatsächlich blickt die neue C3 Frontpartie jetzt ernster, wenngleich nicht unsympathischer oder gar aggressiv.

Citroën arbeitete das Familiengesicht stärker heraus – die Ähnlichkeiten mit den größeren Geschwistern ist jetzt noch augenscheinlicher. Dazu gehören der verchromte Doppelwinkel, der sich bis zu den LED-Tagfahrleuchten erstreckt und neu designte Haupt-Scheinwerfer welche nun serienmäßig mit LED-Technik bespielt werden.

Mit sieben Lackierungen, vier Dachfarben plus drei Dachaufklebern, unterschiedlichen Dekorelementen sowie vier exklusiven Style-Paketen spuckt der Citroën-Konfigurator statt 37 nun bis zu 97 mögliche Außenvarianten des C3 aus. Da reicht die Palette von lustig-bunt bis edel-gedeckt. Und dazwischen spielts jede Menge Varianten – perfekt für Leute, die sich farblich selbstdarstellen wollen – schwieriger für Geschmacksbefreite aber die werden wohl nicht zum Citroën C3 greifen.

Eine etwas farblose Variante des C3 stand uns für einen ausführlichen Test zur Verfügung.

Sand-Beige mit weißem Dach muss man mögen – diese Variante wird wohl eher keine jugendlichen Käufer anlocken – die greifen wahrscheinlich zum fruchtigen Elixier-Rot. Passend dazu helles Holz-Imitat namens “Woodtech”, welches sich in den oberen Teil der Sitze wiederholte. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten – wir fanden die Farbgebung zumindest interessant.

Über Komfort lässt sich nicht streiten.

Davon bietet der C3 für einen Kleinwagen nämlich reichlich. Vor allem die nun auch in dieser Klasse erhältlichen „Advanced Comfort“-Sitze mit extra dicker Polsterung und der klappbaren Armlehne für den Fahrer sind super-komfortabel aber dennoch auch halbwegs stützend. Auch wenn das Fahrwerk nicht über die innovative “Advanced Comfort”-Technologie der größeren Zitronen verfügt, so absorbiert es zuverlässig jede Gemeinheit des Straßenbelags.

Auch das Platzangebot des Viertürers ist gut.

Vorne sitzt man unbeengt – die Hintensitzenden sind klarerweise etwas der Gnade der Vorderen ausgeliefert – wenn der Sitz auf der letzten Raste platziert ist, bleibt nur mehr Platz für Kinderbeine. Auch der Kofferraum bietet hinter der etwas hohen Ladekante ordentliche 300 Liter Fassungsvermögen. Citroën verbaut eine Vielzahl an Assistenzsystemen im C3. Hat man die umfassende “SHINE” Ausstattung gewählt, wird mit Rückfahrkamera eingeparkt und auch in punkto Konnektivität spiegelt der kleine Franzose den Zeitgeist wieder. Wie aus den übrigen PSA-Autos bekannt, gibt es ein Navigationssystem mit 7-Zoll-Touchscreen inklusive Smartphone-Integration via Android Auto und Apple Carplay.

Wir haben uns den Citroën C3 in der 102 PS starken Diesel-Version angesehen.

Als einer der wenigen Kleinwagen am Markt ist der C3 nach wie vor mit einem sauberen Selbstzündermotor und 5-Gang-Schaltgetriebe zu bekommen. Dieser glänzt wie gewohnt mit perfekter Effizienz (Testverbrauch: 4,5 Liter / 100 km – trotz winterlicher Kälte) und einmal warm gefahren mit angenehm vornehmer Akustik. Perfekt wäre der Antrieb mit Automatik, nur gibt es den HDI nur mit der etwas langwegig bedienbaren 5-Gang-Handschaltbox.


Fahrdynamisch ist auch der C3 ein echter Citroën. Man könnte zwar damit auch flott fahren, will das aber meistens nicht. Die ganze Charakteristik des C3 ist in erster Linie auf Komfort und Gemütlichkeit ausgelegt. Ganz nach dem Motto: Entschleunigung statt Beschleunigung.

Warum muss ein Kleinwagen immer sportlich sein und dementsprechend wendig ums Eck gehen?

Gerade in hektischen Zeiten ist man vielleicht froh, nicht immer die Härten des Alltags spüren zu müssen. Der Citroën C3 fungiert hier als wirkungsvoller Filter und Entschleuniger. Auch wenn er jetzt etwas “ernster” dreinschaut, ist er ein extrem sympathisches Auto mit vielen Stärken und kaum Schwächen. Die einzige Hürde ist da höchstens die umfangreiche Konfiguration vor dem Kauf – aber auch das kann Spaß machen. Der Spaß vergeht auch beim Bezahlen nicht – bereits ab 18.200 Euro bekommt man die getestete Variante in Bestausstattung SHINE mit Dieselmotor.

Daten Fakten Citroën C3 SHINE BlueHDI 100
Motor: 4-Zylinder Turbodiesel
Hubraum: 1.560 ccm
Leistung: 102 PS
Drehmoment: 250 Nm / 1750 Umin
Testverbrauch: 4,5 Liter Diesel
Preis: ab 18.200 Euro

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