Normalerweise fahren Leute wie Iron Man, Marcel Hirscher oder die Profis des FC Bayern München solche Autos. Und ich…

Da stehst du nun vor dem Audi RS e-Tron GT und bist froh, dass du das Auto alleine in Empfang nehmen kannst. Kein Publikum – zumindest jetzt in dem Moment – das ist gut um sich kennenzulernen, sich zu beschnuppern. Einmal rundherum gehen und staunen, Details betrachten und sich dieses Auto einfach reinziehen. Das geht nur, wenn man ungestört ist – und das ist selten.

“Also doch der RS”, denke ich erleichtert. Jetzt, wo er vor mir steht, kann ich mir einfach nicht mehr vorstellen, das “normale” e-Tron GT-Modell in Empfang zu nehmen.

Breit, langgestreckt und niedrig lungert der RS e-Tron GT auf dem Parkplatz herum. Die adaptive Luftfederung hat das Tier noch ein paar Millimeter tiefer gelegt. Ich streichle mit den Fingerspitzen über das Carbondach und die ebensolchen Außenspiegel. Ja, das ist echt – kein billiges Foliendekor. Auch die 21-Zoll großen Räder sind ein optischer Genuss – die dahinter liegenden Bremsen im Pizza-Format schimmern dezent zwischen den Speichen hervor.

Der Audi E-Tron GT gehört zur elitären Gattung der großen viertürigen Coupés – dort matcht er sich mit Kapazundern á la BMW 8er GranCoupé oder Mercedes-Benz CLS – damit vergleichen lässt er sich klarerweise nur optisch.

Die Türen öffnen natürlich schlüssellos und ich nehme am sportlich geschnittenen Fahrersitz Platz. Innen empfängt mich ein typischer Audi RS – die Innenraumdesigner haben wie gewohnt feinstes Leder mit Alcantara, Sichtcarbon und Aluminium gemixt – wie gewohnt feinst verarbeitet und geschmackvoll designed. Vor allem das mit Alcantara bezogene Sportlenkrad möchte man abends demontieren und mit nach Hause ins Bett nehmen, so toll fühlt es sich an.

Man mag es nicht glauben, aber man findet im Audi RS e-Tron GT noch haptische Schalter. Diese erleichtern die Bedienung beträchtlich – nur den lecker klickenden Audi-Volume-Knopf auf der Mittelkonsole haben sie uns genommen und gegen einen gesichtslosen runden Slider getauscht – ist schade, aber sei´s drum!

Während ich mich am Interieur ergötze hat sich der Audi RS e-Tron GT schon auf scharf geschaltet, alle Systeme aktiviert und jetzt wartet das Vieh, dass ich endlich den Fahrschalter auf D schiebe. Vorher schalte ich noch schnell instinktiv in den “Dynamic”-Modus – kann ja nicht schaden. Also System auf “D”.

Wer meint, Elektroautos sind leise, der sollte mal den Audi RS e-Tron GT fahren.

Im “Dynamic”-Modus erfüllt zwar synthetischer aber dennoch ziemlich geiler Sound den Wagen – das kennen wir schon vom Porsche Taycan. Der Audi klingt ähnlich bedrohlich grummelnd, irgendwie wie ein anrückendes Unwetter. Nicht falsch verstehen – das klingt echt gut. Ebenso, wie der Sound beim Runterbremsen – das erinnert dann an das Abschalten der Turbinen bei einem Jumbojet. Einfach cool. Wer das alles nicht möchte, schaltet die Soundkulisse aus und genießt die Stille.

Locker trete ich auf´s Fahrpedal und der Audi schleicht wild grummelnd davon. Jetzt kurz die Systeme checken – zuallererst die Reichweite: 450 Kilometer. Ok, sollte reichen. Die sauteure Bang & Olufsen Anlage habe ich schon wohlweislich deaktiviert und dafür die doppelten Akustikseitenscheiben runtergefahren. Man möchte sich ja schließlich auch hören.

Der Audi RS e-Tron GT liegt supersatt auf der Straße. Die adaptive Federung hat uns im Dynamic-Modus ordentlich geerdet – dennoch wird noch überraschend viel Komfort geboten. So schleiche ich mich aus der Stadt raus – nicht ohne dazwischen in diverse Handys zu grinsen, die permanent auf einen gerichtet werden. Spätestens jetzt sollte man zumindest annähernd so cool dreinschauen wie Tony Stark in Avengers End Game.

Die rund 600 PS sind omnipräsent. Dennoch lässt sich der Wagen geschmeidig und völlig unkompliziert bewegen – bis man halt mal mit dem rechten Fuß kurz zuckt und die Fuhre ratzfatz auf Hundert beamt. Dann ist Schluss mit lustig. Denn dann heißt es “Schleudertrauma durch Beschleunigung” – ist nicht anders, wie im Taycan oder Model S aber halt immer wieder ein echte Show. Vor allem für unerfahrene Beifahrer, die danach meistens völlig gaga grinsend neben dir sitzen.

Und so zoome ich mich durch die Gegend – probiere auch die anderen Fahrmodi aus und bemerke, dass der e-Tron auch im Comfort-Modus mörderisch abgeht. Glücklich und ein wenig schwindlig stelle ich das Auto am Abend ab. Die Reichweitenanzeige meldet immer noch 400 Kilometer und diese wird man auch im Regelfall schaffen. Wenn die Ladung dann mal zu Ende geht, scheitert´s dann auch nicht an der E-Säule – der Audi RS e-Tron GT schafft auch eine pfeilschnelle Ladeleistung – falls man eine derartige Power-Säule überhaupt auf die Schnelle wo findet.

Fazit

Ja, der Audi RS e-Tron GT ist definitiv ein Auto für Superhelden. die haben wahrscheinlich die 186.000 Euro auf der hohen Kante um sich den Boliden leisten zu können.

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